Stand: 11.11.2011 09:44 Uhr Archiv

....Sitting Bull?

von Nicole Ahles

Sitting Bull war ein Indianer der Lakota Sioux Indianer. Er wurde berühmt, weil er für die Freiheit der Indianer in Amerika kämpfte und gegen die Siedler und Truppen "der langen Messer" - wie die Weißen von den Indianern genannt wurden - in den Krieg zog. Sitting Bull versuchte über viele Jahre zu verhindern, dass die Indianer von den Weißen betrogen wurden.

Vor 180 Jahren wird Sitting Bull in Amerika geboren. Man weiß nicht sehr viel über seine Kindheit  - aber er soll schon als kleiner Junge sehr nachdenklich und auch tapfer gewesen sein. Er kämpft mit seinem Stamm schon früh gegen die weißen Einwanderer, sagt Wiebke Ahrndt, die für ihr Bremer Überseemuseum eine große Sitting-Bull-Ausstellung organisiert hat.

Daraufhin erhält der Indianerjunge seine erste Auszeichnung als Krieger - eine lange Feder, die seitdem auf allen Bildern zu sehen ist. Außerdem bekommt er seinen Erwachsenennamen - Tatanka Yotanka - das heißt "sich setzender Bulle". Daraus wurde das englische Sitting Bull - sitzender Bulle.

Als Sitting Bull aufwächst, ist der Krieg um sein Heimatland bereits  in vollem Gange. Aus Europa kommen immer mehr Einwanderer, die den Indianern ihr Land wegnehmen wollen. Die Kämpfe sind ungleich, denn die Weißen ziehen mit Gewehren und Pistolen gegen die nur mit Pfeil und Bogen bewaffneten Indianer in den Krieg.

Weiße Einwanderer bauen Häuser in das Gebiet der Indianer und verjagen die Bisonherden, von denen die Indianer sich ernähren. Immer mehr sogenannte Reservate werden eröffnet - das sind abgetrennte Landstriche, in denen die Indianer leben sollen. Das wird vertraglich festgehalten.

"Es ist keiner weißen Person gestattet sich in irgendeinem Teil des Territoriums anzusiedeln oder niederzulassen oder dasselbe ohne Einwilligung der Indianer zu passieren."

Diese Verträge werden aber von den Weißen immer wieder gebrochen und die Reservate werden immer kleiner gemacht. Die Indianer sollen neue Verträge unterschreiben, obwohl sie weder lesen noch schreiben können. Der Indianerhäuptling Red Cloud, der zusammen mit Sitting Bull gekämpft hat, soll gesagt haben:

"Die Weißen  haben uns viel versprochen - gehalten haben sie nur ein Versprechen. Sie schworen, unser Land zu nehmen und sie haben es genommen."

Auch Sitting Bull glaubt den Weißen nicht und weigert sich, in ein Reservat zu ziehen. Stattdessen plant er mit zweitausend Indianern die Eindringlinge anzugreifen. In der Schlacht am Little Bighorn besiegen die Indianer die weißen Einwanderer.

Doch die amerikanische Regierung will Sitting Bull festnehmen, deshalb flieht er mit seinem Stamm nach Kanada. Fünf Jahre später kehrt er zurück, ergibt sich und geht ins Reservat.

1883 gründet der Bisonjäger Buffalo Bill seine Wild West Show. Hier werden Pferde und Büffel vorgeführt, Cowboy und Indianer. Auch Sitting Bull, inzwischen 50 Jahre alt, macht mit. Er denkt, er könne so auf die Probleme der Indianer aufmerksam zu machen. In Wirklichkeit wird ist er aber nur eine Art Dekoration in einer großen Verkleidungsshow.

Währenddessen geht das Unrecht gegen die Indianer weiter: Die Reservate werden immer kleiner, die Versprechen werden nicht eingehalten. Sitting Bull protestiert und kritisiert - und versucht weiter, Indianischen Bräuchen zu erhalten. Er macht der Regierung Angst und soll festgenommen werden. Weil seine Leute sich dagegen wehren, wird Sitting Bull erschossen.  

Vieles von dem, das wir heute über Indianer wissen, verdanken wir Sitting Bull. Er hat sich eingemischt und immer wieder Reden und Vorträge gehalten, um sein Volk zu retten. Dadurch wurde er zum wohl berühmtesten Indianer der Geschichte.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 13.11.2011 | 08:05 Uhr