Stand: 24.09.2021 15:00 Uhr

Nachrichten für Kinder - Was diese Woche wichtig war

von Anina Pommerenke

Die Kindernachrichten gibt es immer sonnabends bei NDR Info.
Dieses Mal haben wir mit drei Schülerinnen und Schülern aus Hamburg über folgende Themen gesprochen: An diesem Sonntag stimmen die Deutschen über ihre neue Regierung ab. Wir berichten darüber, dass nun auch in Niedersachsen und Hamburg weitere Corona-Regeln gelockert werden. Außerdem sprechen wir mit den Kindern, über die Möglichkeit bald nur mit einem Kabel verschiedene Geräte zu laden. Dazu wollten wir von den Schülerinnen und Schülern wissen, ob sie schon mal genervt waren, dass sie ihr Smartphone nicht problemlos aufladen konnten.

1. Spannung vor der Wahl

Bundestagswahl 2021 - Wahlschein ankreuzen © picture alliance Foto: Zoonar | stockfotos-mg
Zwei Kreuze dürfen die wahlberechtigten deutschen Bürger auf dem Wahlzettel machen.

Kinder aus Hamburg: Morgen sind die Wahlen in Deutschland. Bei der Wahl wird sich auch entscheiden, wer unser neuer Bundeskanzler oder unsere neue Bundeskanzlerin wird. Olaf Scholz, Armin Laschet oder Annalena Baerbock. Weil Angela Merkel aufhört, als Bundeskanzlerin zu arbeiten, wird es dieses Mal besonders spannend.

NDR Info Kindernachrichten: Selten war der Ausgang einer Bundestagswahl so offen, wie in diesem Jahr. Denn keine Partei wird genug Stimmen bekommen, um allein zu regieren. Und selbst für die Zusammenarbeit von zwei Parteien, wie es in Deutschland lange üblich war, wird es ziemlich knapp.
Um Entscheidungen treffen zu können und Abstimmungen zu gewinnen, ist aber eine Mehrheit im Parlament - dem Deutschen Bundestag - nötig. Es könnte gut passieren, dass sich in diesem Jahr drei Parteien zusammentun müssen, um mehr als die Hälfte aller Sitze zu bekommen - so eine Zusammenarbeit nennt man dann Koalition. Für gewöhnlich beginnt die Partei mit den meisten Stimmen, das Gespräch mit den anderen zu suchen, um eine Regierung zu bilden.

Kinder: Die Partei, die die meisten Stimmen hat, wird ja wahrscheinlich mit einer anderen Partei zusammen regieren, weil sie noch mehr Stimmen mit einer anderen Partei oder mit noch mehr Parteien haben muss, um zu regieren. Sie werden wahrscheinlich noch eine ganze Weile brauchen, bis sie sich darauf geeinigt haben, mit wem sie zusammen regieren.

NDR Info Kindernachrichten: Denn es hat in diesem Wahlkampf ziemlich viele Themen gegeben, bei denen die Parteien unterschiedlicher Meinung sind. Einen gemeinsamen Nenner zu finden, wie die Arbeit der nächsten Bundesregierung in den kommenden vier Jahren aussehen soll, könnte also ganz schön schwierig werden. Bei der letzten Bundestagswahl hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis sich schließlich CDU/CSU und die SPD geeinigt hatten und eine Regierung für Deutschland stand.

Kinder: Viele Politiker sind in ganz vielen Orten hin- und hergereist und haben Reden darüber gehalten, was sie alles vorhaben, was sie gerne verändern würden, wofür sie sich einsetzen würden. Das haben sie gemacht, weil sie ganz viele Stimmen bekommen möchten. Die Kinderreporter von Logo haben die Spitzenkandidaten der großen Parteien interviewt. Ich fand es gut, weil ich dadurch ein bisschen was mitgekriegt habe, wie die Kandidaten drauf sind und was sie auch alles können.

NDR Info Kindernachrichten: Ein besonders wichtiges Thema in diesem Wahlkampf war der Klimaschutz. Fast alle Parteien setzen sich dafür ein - sie haben aber unterschiedliche Pläne, wie schnell und wie viel sich ändern muss. Wie wichtig Kinder und Jugendliche das Thema finden, hat sich in dieser Woche auch wieder bei den Fridays-for-Future-Aktionen gezeigt. Viele tausend Schüler haben mitgemacht und gefordert mehr dagegen zu tun, dass die Temperatur auf der Erde immer weiter steigt. Die meisten sind aber nicht alt genug, um bei der Bundestagswahl selbst mit abzustimmen.

Kinder: Es dürfen die wählen, die über 18 sind. Also leider nicht ich.

NDR Info Kindernachrichten: Wer wählen darf und seine beiden Stimmen abgeben möchte, kann das morgen zwischen 8:00 und 18:00 Uhr im Wahllokal tun. In diesem Jahr haben aber wegen Corona besonders viele Wahlberechtigte schon vorab gewählt. Das heißt dann Briefwahl, da wird einem der Wahlzettel nach Hause geschickt.

Kinder: Und ich habe mal auf den Zettel raufgeluschert, natürlich ohne Kreuz. Dieser Zettel ist ganz schön lang und zweifarbig. Man hat insgesamt zwei Stimmen, also muss man zwei Kreuze setzen. Die erste ist dafür da, dass einer aus deinem Stadtteil deine Meinung vertritt im Bundestag. Und die zweite Stimme ist für deine Partei. Und die zweite Stimme entscheidet dann ja auch, welche Partei regieren wird.

NDR Info Kindernachrichten: Einige Wähler bei uns im Norden können am Sonntag noch mehr Kreuze machen - denn in Mecklenburg-Vorpommern stimmen die Menschen auch über einen neuen Landtag ab. Und in Berlin wird ein neues Stadtparlament gewählt. Die ersten Hochrechnungen der Wahlen werden am frühen Abend um 18:00 Uhr erwartet. 

2. Mehr Möglichkeiten für Geimpfte

Vor einer Bar im Hamburger Stadtteil St. Georg steht ein Hinweisschild, welches auf den Einlass nach der 2G-Regel hinweist. © dpa Foto: Axel Heimken
Geimpfte und Genesene können nun in Norddeutschland mehr Freiheiten genießen.

NDR Info Kindernachrichten: Viele Menschen im Norden freuen sich über neue Lockerungen von Corona-Regeln.

Kinder: Richtig locker wird es allerdings nur für Leute, die schon geimpft sind oder die Krankheit schon überstanden haben.  

NDR Info Kindernachrichten: Denn die Lockerungen gelten oft nur für Veranstaltungen, bei denen die sogenannten 2-G-Regeln eingehalten werden. Da dürfen also nur Geimpfte oder Genesene hin. In Niedersachsen müssen Kinder in der ersten und zweiten Klasse im Unterricht jetzt keine Masken mehr tragen. Nach den Herbstferien sollen alle Kinder an den Grundschulen von der Maskenpflicht befreit werden. Und auch Schleswig-Holstein hat in dieser Woche angekündigt, dass Schülerinnen und Schüler ab Ende Oktober selbst entscheiden können, ob sie in der Schule eine Maske tragen wollen oder nicht.

3. Schluss mit der Steckersuche

Eine Auswahl von unterschiedlichen Ladekabeln für Mobiltelefone © Picture Alliance /dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner Foto: Jens Büttner
Statt vieler verschiedener Ladekabel, soll es bald ein Kabel für alle Geräte geben.

Kinder: Ich persönlich habe gehört, dass bald der ganze Trubel ums Ladegerät vorbei ist. Europa hat beschlossen, dass es für Handys und Smartphones nur noch ein Ladekabel geben soll, denn bisher ist es ja ein sehr großes Durcheinander.

NDR Info Kindernachrichten: Schluss mit dem Kabelsalat. Für die vielen elektronischen Geräte, die man heutzutage so zuhause hat, braucht man bisher viele unterschiedliche Kabel. Denn nicht jeder Stecker passt zu jedem Gerät. Die Folge: Viele Menschen haben eine große Kiste oder Schublade mit jeder Menge Kabeln. Viele davon brauchen sie aber gar nicht. So entsteht ein riesiger Berg an Elektroschrott. Umweltfreundlich ist das nicht.
Nun will die Europäische Union vorschreiben, dass ein Großteil der Geräte mit dem gleichen Stecker geladen werden sollen. Zum Beispiel Smartphones, Tablets und Kopfhörer.
Das Ganze hätte noch einen praktischen Nebeneffekt: Wenn man in Zukunft mal unterwegs das eigene Smartphone aufladen muss, könnte man alle seine Freunde nach ihrem Ladekabel fragen - auch wenn sie ein Smartphone von einem anderen Hersteller haben. 
Dazu wollten wir von Frida, Johannes und Lea aus Hamburg wissen: Hat es euch schon mal genervt, dass ihr euer Smartphone nicht problemlos aufladen könnt?

Kind: "Nein, es nervt mich nicht, weil ich noch gar kein Handy besitze und meine Eltern haben das selbe Handy."

Kind: "Von meinen Eltern kriege ist das mit, wie sie sich darüber aufregen. Wenn sie merken, dass das Ladegerät gar nicht in ihr Handy passt und dass es überhaupt nicht funktioniert, dass es nicht lädt. Ja, dann geht die schlechte Laune los!"

In dieser Woche haben Frida, Lea und Johannes aus Hamburg mitgemacht. Gesprochen hat Anina Pommerenke die Kindernachrichten, Jörgpeter von Clarenau hat die Kinder telefonisch interviewt.

Anhören und als Podcast abonnieren könnt ihr die Kindernachrichten natürlich auch. Und ihr könnt sie in Gebärdensprache anschauen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kindernachrichten | 25.09.2021 | 11:40 Uhr