Stand: 03.12.2021 15:00 Uhr

Nachrichten für Kinder - Was diese Woche wichtig war

von Anina Pommerenke

Die Kindernachrichten gibt es immer sonnabends bei NDR Info.
Dieses Mal haben wir mit vier Schülerinnen und Schülern von der Insel Nordeney über die Corona-Lage gesprochen:

Corona macht uns immer größere Sorgen – deshalb gibt es jetzt wieder neue und strengere Regeln. Darum geht es bei uns. Und wir sprechen über eine Frau, die in Deutschland eigentlich jedes Kind kennt: Angela Merkel, die nach fast 16 Jahren als Kanzlerin jetzt in Rente geht.

1. Einschränkungen für Ungeimpfte

In einem Geschäft hängt ein Schild mit der Aufschrift "Zutritt nur mit 2G". © dpa Foto: Christophe Gateau
In vielen Läden gilt die 2G-Regel - das bedeutet, dass nur Genesene oder Geimpfte Zutritt haben.

Kinder aus Nordeney: Es gibt jetzt immer neuere und strengere Regeln bei Corona, weil die Zahlen auch sehr hochsteigen. 

NDR Info Kindernachrichten: In ganz Deutschland werden die Corona-Regeln verschärft. Das haben Politikerinnen und Politiker in dieser Woche beschlossen. Denn in manchen Gegenden in Deutschland haben sich so viele Menschen neu angesteckt, dass die Intensivstationen in Krankenhäusern überlastet sind. Ärzte und Pflegepersonal können die Arbeit kaum noch schaffen - teilweise mussten sogar schon Patienten mit Flugzeugen in Kliniken gebracht werden, die noch genug freie Betten hatten.
Vor allem Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, müssen jetzt mit Einschränkungen rechnen. Denn unter Ungeimpften ist die Zahl der Infektionen besonders hoch.  

Kinder: Im Einzelhandel gilt jetzt 2G - und bei Einkaufsmärkten und Apotheken, da können alle rein. Entweder Genesen oder Geimpft. Alle, die ungeimpft sind, dürfen sich nur mit einem anderen Haushalt treffen, wo zwei Personen sind. Letztens sind ja noch ganz viele ins Stadion gegangen, und da hat ja die Regierung beschlossen, dass das nicht mehr so sein darf, weil sonst gibt es wieder ganz viele Angesteckte und dann geht die Zahl wieder in die Höhe.

2. Wieder Maskenpflicht an Schulen & mehr Impfungen

Schulkind trägt Maske
In der Schule müssen die Kinder wieder eine Maske tragen.

NDR Info Kindernachrichten: Und auch im Alltag von Kindern, Schülerinnen und Schülern gibt es wegen der hohen Infektionszahlen neue Einschränkungen.

Kinder: Vorher mussten die Erstklässler und Zweitklässler noch keine Maske tragen, jetzt gilt das auch in allen Klassenstufen, also von 1 bis 13, gilt eine strenge Maskenpflicht.

Nein, ein Feuerwerk wird es dieses Jahr nicht geben– also das Böllern ist dieses Jahr verboten. An Silvester bin ich schon derjenige, der schon mal Böller in die Luft schießen lässt. Ich finde es doof, weil es ist ja an der frischen Luft und alles.

Menschen warten unweit vom mobilen Impfzentrum in einer Schlange. © dpa Foto: Philipp Schulze
Mobile Impf-Teams sind in verschiedenen Städten zu finden.

NDR Info Kindernachrichten: Die Hoffnung ist, dass mit den Kontaktbeschränkungen, weniger Besuchern bei Großveranstaltungen und strengen Regeln für Ungeimpfte die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus zurück geht. Außerdem soll wieder viel mehr geimpft werden. Bis zu 30 Millionen Menschen sollen so bis Silvester ihren Corona-Schutz bekommen.


NDR Info Kindernachrichten: Nicht alle freuen sich über die strengen Regeln. Zum Beispiel haben Menschen, die einen Laden besitzen, die Sorge, dass die Eingangskontrollen an der Tür viele Leute davon abhalten, ihre Weihnachtsgeschenke in den Geschäften zu kaufen. Und weil viele Weihnachtsmärkte schließen, können Betreiber von Buden und Ständen auch kein Geld verdienen.
In Gegenden, in denen die Ansteckungszahlen besonders hoch sind, wird zum Beispiel auch das Feiern in Clubs und Diskotheken verboten. Bei manchen Veranstaltungen müssen auch Geimpfte und Genesene noch einen Corona-Test vorzeigen - dieses Konzept heißt 2G-Plus.
Die strengen Regeln sollen vor allem eins verhindern: Einen erneuten Lockdown.

Kinder: Wenn es uns hilft, dass wir irgendwann dann wieder zu unserem früheren Leben zurückkehren, dann finde ich das richtig. Ich kann ohne meine Freunde und ohne Spielen auf der Straße – also eigentlich ist das irgendwie unmöglich für mich im Alltag. Alle zusammen müssen sich anstrengen, dass wir dieses Corona-Virus loswerden.

3. Abschied vom Amt nach 16 Jahren

Großer Zapfenstreich am 2. Dezember 2021 für Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.), neben ihr Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer © picture alliance / ASSOCIATED PRESS Foto: Odd Andersen
Soldaten mit Fackeln begleiten den Großen Zapfenstreich für Angela Merkel. Die Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer ist auch dabei (3 v.r.).

Kinder: Angela Merkel war sechzehn Jahre hier in Deutschland unsere Bundeskanzlerin. Nach sechzehn Jahren Bundeskanzlerin geht Angela Merkel jetzt in Rente. Und dann habe ich gehört, dass die Bundeswehr ihr irgendwas vorspielen und ihr dann auch einen Streich spielen, habe ich gehört.

NDR Info Kindernachrichten: Das könnte man leicht denken, wenn man von einem 'Großen Zapfenstreich' hört. Dabei geht es aber nicht darum, jemanden hereinzulegen - der Große Zapfenstreich ist eine besondere Feier bei der Armee. Und damit wurde Kanzlerin Angela Merkel in dieser Woche von der Bundeswehr, also von der Armee, verabschiedet. Diese militärische Tradition wird immer abends abgehalten und von Soldaten mit Fackeln in der Hand begleitet. Nur für wenige Personen wird so ein großer Aufwand betrieben. Zum Beispiel, wenn ein Bundespräsident oder eben eine Kanzlerin aus dem Amt ausscheidet. Fester Bestandteil ist auch ein Auftritt vom Bundeswehr-Orchester.

Kinder: Angela Merkel hat sich Schlagerlieder gewünscht und ich schätze mal, die bedeuten ihr echt viel. Weil sonst hätte sie sich die ja nicht gewünscht.

NDR Info Kindernachrichten: Angela Merkel war die erste Frau in diesem Amt - und die erste, die in der DDR aufgewachsen war. Sie hatte in ihrer Amtszeit mit vielen Krisen zu tun: einer Wirtschaftskrise, der Flüchtlingskrise und nun der Corona-Pandemie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält bei ihrer Verabschiedung durch die Bundeswehr eine Rede. © AFP POOL/dpa Foto: Odd Andersen
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrer Verabschiedung durch die Bundeswehr eine Rede gehalten.

Kinder: Da ist -glaube ich- auch viel Papierkram zu erledigen, und das ist auch so anstrengend, weil man immer viele Gespräche hat - und immer auf dem neusten Stand sein muss. Das ist ja wirklich ein 24-Stunden-Job, also fast 24 Stunden, und du hast so viel Macht und da musst du dich auch um sehr viel kümmern, also ich stelle es mir schon anstrengend vor. Aber ich glaube, es ist auch irgendwie eine Ehre für sie, dass sie sechzehn Jahre Bundeskanzlerin sein durfte in Deutschland.

NDR Info Kindernachrichten: Nach so vielen arbeitsintensiven Jahren ist natürlich die spannende Frage, was wird Angela Merkel denn nun als Rentnerin machen? Wir haben die Kinder von der KGS Norderney gefragt: Welchen Tipp hast du für Frau Merkel, wie sie jetzt die viele Freizeit nutzen könnte?

Kind: "Ich würde ihr den Rat geben, viel mit der Familie jetzt zu unternehmen."

Kind: "Ich würde - glaube ich - meinen Hobbys nachgehen, wie reiten, oder draußen spielen, basteln, malen, mit Freunden telefonieren."

Kind: "Sie kann ihre Zeit sehr gut nutzen, indem sie endlich mal machen kann, was sie möchte oder wo sie nie zuhause Zeit hatte für. Zum Beispiel häkeln oder basteln. Und sich auf die Weihnachtszeit freuen. Einfach mal ausschlafen!"

Kind: "Wenn man möchte könnte man sich noch einen Job holen oder so. Dann könnte man auch einfach ein bisschen in den Park gehen, sich entspannen, ein bisschen die Freiheit genießen. Also das würde ich machen. Ich würde mich erstmal ein bisschen entspannen!"   

In dieser Woche haben Evke-Luise, Marcus, Mathilda und Ben aus der 5. Klasse der KGS auf der Insel Norderney mitgemacht. Gesprochen hat Anina Pommerenke die Kindernachrichten, Nina Rodenberg hat mit den Kindern telefoniert.

Anhören und als Podcast abonnieren könnt ihr die Kindernachrichten natürlich auch. Und ihr könnt sie in Gebärdensprache anschauen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kindernachrichten | 04.12.2021 | 11:40 Uhr