Jazz Special

Jazz und Europa: Edition Records - kreative Label-Power aus England

Freitag, 18. Oktober 2019, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Sarah Seidel

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Der britische Pianist und Gründer des Labels Edition Records Dave Stapleton studierte klassisches Klavier am Royal Welsh College of Music and Drama.

Oft beginnt ein Plattenlabel mit der Musikalität des Labelgründers - viele, die es in der Branche zu Ansehen gebracht haben, hatten früher selbst regelmäßig ein Instrument in der Hand. So mancher Künstler beginnt damit, die eigenen Alben zunächst einmal selbst aufzunehmen und sich eine Labelplattform zu schaffen. Nach und nach kommen dann all die vielen Musikerfreunde, deren Alben ebenfalls bei diesem Label erscheinen. So ähnlich war es auch beim Pianisten, Bandleader und Labelgründer Dave Stapleton aus England. Sein erstes eigenes Album erschien 2008 bei Edition Records - ein Label für Jazz, zeitgenössische Komposition und improvisierte Musik, das von ihm in den vergangenen Jahren zu einer renommierten Plattenfirma aufgebaut wurde. Dave Stapleton selbst gehört mittlerweile zu den starken Produktivkräften der Insel. Edition Records mit Sitz in Berkshire bei London reiht sich ein in den Reigen der besten europäischen Labels, als Heimat für etliche innovative Jazzmusiker, darunter nicht wenige Skandinavier: Musiker wie Tim Garland, Daniel Herskedal, Verneri Pohjola oder Laura Jurd und Bands wie Troyka, Phronesis, Slowly Rolling Camera oder Dinosaur. Der Kölner Pianist Pablo Held gehört seit 2018 zum Pool der Musiker von "Edition Records".

Das Label als Vehikel für Musik und Musiker

Hat sich erst einmal international rumgesprochen, dass ein Label gute Arbeit macht, dann kommen auch die Kollegen aus Übersee gern ins Boot. Mit dem amerikanischen Schlagzeuger Jeff Ballard, dem Pianisten Kevin Hays, dem Gitarristen Lionel Loueke und zuletzt auch mit dem Saxofonisten Chris Potter und dem Bassisten Dave Holland kann sich Dave Stapleton über weitere Hochkaräter in seinem Labelkatalog freuen. "Mein Ziel ist es, das beste aller Vehikel zu schaffen, um die Musik zu unterstützen", sagt er. "Es geht mir immer um die Musik und die Musiker und nicht darum, die größten kommerziellen Erfolge zu erzielen. Aber es geht natürlich auch darum, dass wir am besten in 30 Jahren immer noch da sind. Deshalb beobachten wir genau den Wandel von Kultur und von allem, was mit der Musikindustrie passiert". Für Dave Stapleton gehören zwei Konstanten zum Geschäft: großartige Musik und das Bedürfnis nach großartiger Musik. Beides wird immer da sein, da ist er sich sicher.