Jazz Special

Dem Fluss der Klänge folgen: Der französische Bassist Michel Benita

Freitag, 06. November 2020, 22:05 bis 22:30 Uhr, NDR Info

Und nach den Nachrichten, 22:35 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Karl Lippegaus

Michel Benita wurde 1954 in Algiers geboren und kam in Südfrankreich durch sein Gitarrenspiel eher zufällig mit 20-21 Jahren als Autodidakt zum Kontrabass. Anfang der 1980er Jahre fand er in Paris rasch Kontakt zu namhaften Jazzmusikern aus Europa und den USA. Mit dem Saxofonisten Dewey Redman entstanden sein Debütalbum "Préférences" und gleich mehrere Alben mit dem Gitarristen Marc Ducret.

Paolo Fresu © Paolo di Nozzi Foto: Paolo di Nozzi
Mit dem italienischen Trompeter Paolo Fresu gründete Michel Benita das Quartett Palatino.

Palatino hieß ein kollektives Quartett mit dem Trompeter Paolo Fresu, das sich der "klavierlosen" Musik Chet Bakers aus den 1950er Jahren widmete; etwa gleichzeitig entstand der Kontakt zum Gitarristen Ngyuên Lê und dem Drummer Peter Erskine, aus dem das erfolgreiche Trio ELB hervorging. Wenig später fand sich Benita in der Band des Trompeters Erik Truffaz wieder und machte 2005 das Album "Drastic" als Hommage an die Techno-Metropole Berlin. Es folgten die um eine japanische Koto konzipierten Alben "Ethics" und "River Silver".  

Kollektive Improvisation als Ideal

"Eine lebendige Säule des europäischen Jazz" nennt der französische Kritiker Michel Contat den Kontrabassisten, der auch im Trio und Quartett des britischen Saxofonisten Andy Sheppard mehr als nur Sideman-Funktionen erfüllt. Sein neuestes und vielleicht bislang stärkstes Album "Looking At Sounds" stellt ein neues Quartett mit dem erfinderischen Fender Rhodes-Spieler Jozef Dumoulin vor, das Benitas Ideale von kollektivem Improvisieren und elektroakustischen Soundscapes ungemein eindrucksvoll umsetzt.

"Manchmal habe ich mich etwas ängstlich gefragt: Hab ich einen eigenen Stil, wenn ich so viel Verschiedenes mag? Country, indische Musik, elektronische Musik… Aber seinen Individualstil findet man, während man auf Gemeinsamkeiten stößt, auf Korrespondenzen, die den Musikern selbst vielleicht nicht immer bewusst sind."

 

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