Stand: 27.03.2020 12:28 Uhr

Unter den Schichten

Beneath the Surface
von Lisa Wulff 
Vorgestellt von Mauretta Heinzelmann
Bild vergrößern
Die 11 Titel auf dem Album "Beneath the Surface" stammen alle aus der Feder der Bassistin Lisa Wulff.

Unter der Oberfläche liegt das Wesentliche, da geht es in die Tiefe. Schichten, die im Jazz seit jeher mehr interessierten als die glatte Oberfläche. Im Grunde ist das vielleicht sogar eins der wesentlichen Elemente des Jazz: sich nicht blenden lassen, nicht aufschneiden, ehrlich sein, genau hinhören, was sich unten drunter verbirgt und es durch Kreativität sichtbar machen. Die Hamburger Bassistin Lisa Wulff, die Ende Juni erst 30 Jahre alt wird, hat sich genau diesem sorgfältigen Prozess gewidmet. Als Tieftönerin baut sie die Musik von unten auf, allerdings ist sie auch - vor allem auf ihrem Sopranbass - eine lyrische und kraftvolle Solistin.

Zum Nachhören
07:21

Beitrag über das Jazz Album der Woche

Das aktuelle Jazz Album der Woche von Lisa Wulff "Beneath the Surface" ist ein musikalisches Selbstporträt. Felix Tenbaum gibt in diesem Beitrag einen kurzen Einblick. Audio (07:21 min)

Ganz oben

Lisa Wulff hat bereits eine rasante Karriere hingelegt: Gewinnerin des ISBH Jazz Award 2016 und des Hamburger Jazzpreises 2019, leitet sie seit vielen Jahren ihre eigenen Bands und spielt im Quartett von Rolf Kühn, der internationalen Klarinettenlegende des deutschen Jazz. Schon jetzt kann man sagen, dass Lisa Wulff es in die erste Liga geschafft hat. Vor allem aber hat sie eine ganz eigene Stimme auf dem Bass entwickelt: mit wunderschönem Sound und klaren emotionalen Linien, bei denen nichts überflüssig ist. Oder wie ihr Pianist Frank Chastenier es beschreibt: "Sie hat den Kontrabass zu ihrem Alter Ego gemacht. Lisas Musik klingt jung, frisch und neu, und trotzdem fühlt man sich sofort in ihr zuhause".