Stand: 29.04.2020 10:37 Uhr

Tonne: Vorschulkinder zuerst zurück in Kitas

Kinder spielen im Kindergarten. © picture alliance Foto: Sebastian Kahnert
Kindertagesstätten sollen "behutsam" wieder geöffnet werden.

Die Coronavirus-Krise sorgt dafür, dass Millionen Eltern ihre Kinder derzeit zu Hause betreuen müssen. Inzwischen gibt es einen kleinen Lichtblick: Die Schulen sollen schrittweise wieder öffnen - zumindest tageweise. Nun haben sich die Familienminister von Bund und Ländern darauf verständigt, auch die Kindertagesstätten "behutsam" wieder zu öffnen. Ein konkretes Datum für die Wiedereröffnung gibt es aber noch nicht. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne sagte auf NDR Info, dafür bedürfe es einer regelmäßigen Überprüfung der Infektionslage. Diese müsse sich weiter verbessern und in einem Abstand von 14 Tagen neu bewertet werden, so der SPD-Politiker. Auf Grundlage dessen könnten dann weitere Entscheidungen getroffen werden.

Entscheidungen erst am 6. Mai erwartet

Der Plan der Familienminister soll in die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstag einfließen. Weitreichende Entscheidungen werden allerdings erst in einer weiteren Runde am 6. Mai erwartet.

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Gesundheit von Kindern und Erziehern im Vordergrund

"Wir müssen jetzt gucken, wie wir in einer verantwortbaren Gruppengröße die Notbetreuung weiter ausdehnen können, um dann auch einzelne Gruppen von Kindern wieder in die Kita zurückzuholen", führte Kultusminister Tonne auf NDR Info aus. Bei aller Diskussion um weitere Lockerungen müsse aber die Gesundheit im Vordergrund stehen. Dazu würden nun auch Gespräche geführt werden. "Es müssen sich alle Beteiligten sicher sein, dass ihre Gesundheit geschützt wird", betonte Tonne.

Vorschulkindern Chance geben, Abschied zu nehmen

Nach dem Vorschlag Niedersachsens sollen zunächst die Kinder in die Kitas zurückkehren, die im kommenden Sommer eingeschult werden. So soll laut Tonne den Mädchen und Jungen auch die Chance ermöglicht werden, Abschied aus ihrer Kita zu nehmen. Der SPD-Politiker betonte, dass aber auch Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf wieder kommen sollen dürfen. Je jünger die Kinder seien, desto weniger könne man von ihnen erwarten, dass sie Abstandsregelungen einhalten. "Das kann man nur über Gruppengrößen regeln", erklärte der niedersächsische Kultusminister. Um Kontakte zu minimieren, sollten es kleine und feste Gruppen sein.

Vorerst keine Rückkehr zur normalen Gruppengröße

Auf eine genaue Zahl wollte sich Tonne zwar nicht festlegen, aber es werden wohl nicht viel mehr als fünf Kinder sein - die derzeitige Größe der Gruppen in der Notbetreuung. "Ich glaube, wir müssen uns gedanklich davon entfernen, dass wir sofort zu Gruppengrößen zurückkommen können, wie wir sie vor der Corona-Krise kannten."

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NDR Info | Infoprogramm | 29.04.2020 | 07:50 Uhr

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