Stand: 03.07.2020 10:03 Uhr

Missbrauch: MV will Strafverschärfung

Sexuelle Gewalt gegen Kinder soll deutlich härter bestraft werden. Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen wollen mit einem entsprechenden Entschließungsantrag im Bundesrat den zeitlichen Druck auf eine Gesetzesänderung erhöhen. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) machte auf NDR Info aber auch klar, dass zum besseren Schutz von Kindern noch mehr gehört. "Strafverschärfung ist nur ein Baustein", so Drese. Auch müsse die Strafverfolgung verbessert werden.

Drese sagte, je mehr Fälle aufgedeckt werden könnten, umso weniger gebe es im Dunkelfeld. Daher sei eine zu erwartende Steigerung in der Statistik nichts Schlechtes. "Hinter jeder dieser Zahlen steckt ein Schicksal und unendliches Leid." Deswegen sei mehr Aufklärung wichtig.

Fünf Millionen für Strafverfolgung im Internet

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Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) fordert beim Thema Kindesmissbrauch mehr als eine Strafverschärfung.

Mecklenburg-Vorpommern setze zudem noch einmal fünf Millionen Euro für eine bessere Strafverfolgung im Internet ein. Sozialministerin Drese erklärte weiter, dass auch die Gesellschaft aufmerksamer werden müsse. "Wenn solche Fälle auftreten, wie die, die wir jetzt in Münster haben, dann ist das auch immer ein Versagen der gesamten Gesellschaft", so die SPD-Politikerin.

"Alle müssen wachsames Auge haben"

Für Drese gehört auch zum Kinderschutz, dass Fachkräfte noch besser ausgebildet werden. Sie verwies zugleich auf die Pläne von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), unter anderem Richter und Staatsanwälte pädagogisch und psychologisch zu schulen. Darüber hinaus müssten aber alle, die mit Kindern Kontakt hätten - Erzieher, Lehrer, Nachbarn - ein wachsames Auge haben. Bei Verdachtsfällen könnten sie auch die Angebote wie die Kinderschutz-Hotline oder die Kinderschutz-App nutzen, so Drese.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 03.07.2020 | 06:50 Uhr