Stand: 31.07.2019 10:03 Uhr

Kuhle: "Polizei besser als Kameras"

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Für Konstantin Kuhle (FDP) steigert mehr Polizeipräsenz an Bahnhöfen das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.

Nach dem tödlichen Vorfall am Hauptbahnhof Frankfurt am Main, wo ein 40-jähriger Mann aus Eritrea einen Achtjährigen vor einen einfahrenden ICE gestoßen hatte, wird über schärfere Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Bahnhöfen diskutiert. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, unterstützt die Pläne von Innenminister Horst Seehofer (CSU), die Polizeipräsenz an Bahnhöfen zu erhöhen. Kuhle sagte auf NDR Info, die Tat in Frankfurt beeinträchtige das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, weil an dem Bahnsteig jeder hätte stehen können. "In einer solchen Situation ist es richtig, dass der Staat an besonders gefährdeten Orten Präsenz zeigt - und das kann er mit der Polizei tun."

Kuhle räumte aber ein, dass es dauerhaft nicht leistbar sei, mehr Bundespolizei auf Bahnhöfen bereitzustellen. Zumindest auf großen Bahnhöfen mit vielen Reisenden sei es aber wichtig, als Staat Präsenz zu zeigen. Gleichzeitig machte er klar, dass dafür deutlich mehr Personal nötig ist. Schon jetzt fehlten 3.000 Bundespolizisten. "Wenn der Bundesinnenminister verspricht, dass es mehr Bundespolizisten gibt, dann muss er die erst mal finden und ausbilden."

Keine 100-Prozent-Garantie für Sicherheit

Mehr Videoüberwachung an Bahnhöfen sieht Kuhle hingegen kritisch. Wenn der Innenminister den Eindruck erwecke, damit pauschal die Sicherheit erhöhen zu können, sei er auf dem Holzweg. "Das bringt gar nichts. Deswegen ist ein Polizist immer besser geeignet als eine Kamera", so der FDP-Politiker. Letztlich gebe es aber auch keine Maßnahmen, die eine Tat wie die in Frankfurt in jedem Fall verhindern würden. Der Staat müsse alles dafür tun, so Kuhle. "Eine 100-Prozent-Garantie wird es aber nicht geben." So etwas dürfe auch Seehofer nicht versprechen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 31.07.2019 | 07:50 Uhr