Stand: 22.11.2019 08:39 Uhr

JU-Vorsitzender: "Kanzlerkandidaten brauchen Zukunftsagenda"

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Der Bundesvorsitzende der JU, Tilman Kuban, will auf dem Parteitag eine Urwahl beantragen.

Die CDU beginnt mit ihrem zweitägigen Bundesparteitag in Leipzig. Die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will Personaldebatten auf dem Treffen vermeiden; sie fordert einen Focus auf Inhalte. Die Junge Union (JU) beharrt auf einer Urwahl zur Kanzlerkandidatur - ein entsprechender Antrag soll in Leipzig gestellt werden. Von einer Urwahl erhofft sich die CDU-Nachwuchsorganisation, dass dadurch die Mitglieder bei der Kanzlerfrage stärker eingebunden werden. Auf eine Personalie festlegen will sich der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, aber nicht. NDR Info sagte der 32-Jährige, es gebe viele starke Köpfe innerhalb der CDU.

Die Junge Union will Impulse für ein zukunftsfähiges Deutschland auf dem Parteitag einbringen, sagte der Bundesvorsitzende der JU, Tilman Kuban, NDR Info. Das stehe im Fokus. Nichtsdestotrotz dürfe man nie vergessen, dass Politik am Ende von Köpfen gemacht werde. Es sei wichtig zu wissen, mit wem man in eine politische Ausrichtung geht. Die Junge Union habe auf ihrem Deutschlandtag beschlossen, dass es eine Urwahl zur Kanzlerkandidatur geben soll. "Ich bin dafür gewählt, die Beschlüsse der Jungen Union zu vertreten. Das verstehe ich als meine Aufgabe und da werden wir keinen Rückzieher machen", betonte Kuban.

"Die Mitglieder sind selbstbewusster geworden."

Der Frage, ob mit einer Urwahl die Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel oder die der CDU-Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert werden solle, wich Kuban aus. Durch die Urwahl wolle die Junge Union für mehr Mitgliederbeteiligung werben, so der 32-Jährige. Er sehe, "dass die Mitglieder viel selbstbewusster geworden sind in den letzten Jahren." Der JU-Vorsitzende sieht in der Urwahl einen Schritt hin zu moderner Parteiarbeit - unabhängig von Personen. Außerdem sei es aus Sicht der JU wichtig, das Verfahren schon auf diesem CDU-Parteitag festzulegen. "Damit wir gut ins Jahr 2020 starten können", so Kuban. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hatte sich hingegen dafür ausgesprochen, dass die Festlegung erst auf dem Bundesparteitag 2020 erfolgen soll.

"Ich bin sehr froh, dass wir viele starke Köpfe haben."

Kuban, der aus Niedersachsen stammt, wollte sich im Interview nicht auf die Seite einer Kandidatin oder eines Kandidaten schlagen. Stattdessen gehe es darum, die guten Köpfe der Partei auch nach außen zu zeigen. "Ich bin sehr froh, dass wir viele sehr, sehr starke Köpfe haben. Andere Parteien wünschen sich das nur, dass sie Personen wie Jens Spahn, wie Annegret Kramp-Karrenbauer, wie Armin Laschet, einen Markus Söder oder auch einen Friedrich Merz haben", sagte Kuban. Die JU sei sehr stolz darauf, dass die CDU mehrere geeignete Kandidaten habe.

Kandidat muss Zukunfsagenda mitbringen

Eine Kanzlerkandidatin oder ein Kanzlerkandidat müsse eine Zukunftsagenda für Deutschland mitbringen, forderte Kuban. Eine zentrale Botschaft der Führungsfigur müsse sein: "Wir wollen vorangehen. Wir wollen die großen Probleme, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns zukommen jetzt angehen." Dafür wünsche Kuban sich Impulse in den Reden, die die einzelnen möglichen Bewerber für den Parteitag angekündigt haben. Er habe keinen Zweifel daran, dass auch von Annegret Kramp-Karrenbauer eine hervorragende Rede zu erwarten sei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 22.11.2019 | 07:20 Uhr