Stand: 31.12.2019 10:13 Uhr

Interview: Städte sollen Alternative zum Böllern bieten

Im Norden haben mehrere Städte Verbotszonen für Böller und Feuerwerk eingerichtet. An der Hamburger Binnenalster und in Braunschweig im Bereich um den Schlossplatz dürfen zum Beispiel keine Knallkörper oder Leuchtraketen gezündet werden. In Hannover gibt es zwischen dem Hauptbahnhof, dem Opernplatz und dem Kröpcke einen Sperrbereich. In Lüneburg bleiben das Naturschutzgebiet um den Kalkberg und die historische Innenstadt böllerfrei. Auch in Bremen gilt ein Verbot.

Ein Mann hält einen Silvesterböller in der Hand. © picture-alliance / ZB - Fotoreport Foto: Andreas Lander
Die Deutsche Umwelthilfe fordert Alternativen zur stundenlangen privaten Böllerei.

Die Expertin für Luftreinhaltung und Verkehr bei der Deutschen Umwelthilfe, Dorothee Saar, begrüßt die Einschränkungen. Auf NDR Info sagte sie, der Feinstaub aus Knallern sei mit Schwermetallen belastet und zweifelsohne gesundheitsschädlich. Um die Silvesternacht gebe es eine sehr hohe Feinstaubbelastung, bis zu 5.000 Tonnen. "Die Städte sollten Alternativen anbieten, die allen eine fröhliche Silvesternacht bescheren," sagte Saar.

"Kommunen sollen Bürgerdialog beginnen"

Die Deutsche Umwelthilfe hat 98 Städte angeschrieben, die laut Saar ohnehin schon unter einer besonders hohen Feinstoffbelastung leiden. "Ziel ist es, dass die Kommunen einen Dialog mit den Bürgern beginnen." Zwar sei ein flächendeckendes Böllerverbot sinnvoller, aber auch die Ausweisung einzelner Bereiche führe zu einem Wandel des Selbstverständnisses. Niemand wolle an der Tradition des Silvesterfeierns rütteln, das ginge aber auch ohne Böllerei, die im Übrigen für viele Menschen belastend sei.

Zentrales Feuerwerk statt privater Böllerei?

Die Deutsche Umwelthilfe kann sich laut Saar Alternativen vorstellen. Dazu zählten zum Beispiel ein zentrales Feuerwerk anstatt stundenlanger Böllerei. Laut Saar ist nun ein Prozess in Gang gekommen. Sie sei froh, dass es die Diskussion um dieses Thema gebe. "Ich bin optimistisch, dass vielen Städten alternative Ideen kommen, um die Silvesternacht gebührend zu feiern."

Das Interview zum Nachhören
Sektgläser und Feuerwerk © fotolia Foto: Thaut Images

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 31.12.2019 | 07:50 Uhr

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