Das Hörspiel

Die Umsiedler

Sonntag, 01. März 2020, 21:05 bis 22:18 Uhr, NDR Info

Cover: NDR Hörspiel Box © Photocase Foto: busdriverjens

Die Umsiedler

Sendung: Hörspiel | 01.03.2020 | 21:05 Uhr | von Schmidt, Arno

Vertreibung, Flucht und Hoffnung auf ein neues Leben. 1953 schrieb Arno Schmidt auf Grundlage eigener Erlebnisse den Kurzroman "Die Umsiedler". Das NDR Hörspiel wurde mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet. NDR/WDR 2017. ndr.de/radiokunst

Hörspiel nach dem gleichnamigen Kurzroman von Arno Schmidt

Flüchtlingskolonnen im Sommer 1945. © picture-alliance / akg-images Foto: akg-images
Vertreibung, Flucht und Hoffnung auf ein neues Leben. 1953 schrieb Arno Schmidt auf Grundlage eigener Erlebnisse den Kurzroman "Die Umsiedler".

Eine verregnete Dezembernacht des Jahres 1950: Ein Mann verlädt sein spärliches Hab und Gut auf einen Güterzug. Wie viele andere erhofft er sich mit der Übersiedlung aus dem Niedersächsischen nach Rheinhessen einen neuen Anfang. Nach dem zweiten Weltkrieg hatte Deutschland eine Flüchtlingswelle ungeheuren Ausmaßes zu bewältigen - über 12 Millionen Menschen mussten untergebracht werden, in einigen Gebieten verdoppelte sich die Bevölkerungszahl binnen kürzester Zeit. In "Die Umsiedler" schildert Arno Schmidt die Entbehrungen und Strapazen der erzwungenen Auswanderung: Sture Behörden, bornierte Leidensgenossen, voreingenommene Nachbarn, kernige Flüchtlingsbetreuer, deutsches Organisationswunder und -chaos. Und eine Liebesgeschichte, die für die Entstehungszeit des Romans skandalös war.

All das erzählt in der ebenso präzisen wie expressiven Sprache und mit der bissigen Komik dieses großen Autors der deutschen Nachkriegsliteratur. Arno Schmidt verwendete in "Die Umsiedler" erstmals die von ihm sogenannte Fotoalben-Technik, die literarisch den Prozess des Erinnerns nachbildet.

Das NDR Hörspiel "Die Umsiedler" wurde in der Kategorie Hörfunk mit dem Robert Geisendörfer Preis 2018 ausgezeichnet. Die Jury lobte besonders, wie es Autorin Anna Pein und Regisseur Oliver Sturm gelungen sei, das Thema Flucht und Integration der Vertriebenen in den 50er Jahren behutsam mit der Gegenwart zu verknüpfen.

Die Arno Schmidt Gesellschaft hat den Text für die Hörspieladaption zur Verfügung gestellt.

Mit Tilo Werner, Katharina Marie Schubert, Udo Schenk, Jürgen Uter, Jochen Nix, Sascha Nathan, Cornelia Niemann, Susanne Schäfer, Felix Potyra, Mirco Kreibich, Julian Greis, Benjamin Utzerath, Christoph Luser, Yorck Dippe, Herbert Tennigkeit, Peter Kaempfe, Anne Abendroth u.v.a.
Bearbeitung: Anna Pein
Komposition: Sabine Worthmann
Vokalist: Almut Kühne
Instrumentalisten: Sabine Worthmann, Silke Eberhard, Andreas Völker
Regie: Oliver Sturm
Dramaturgie: Christiane Ohaus
Produktion: NDR/WDR 2017 I 72 min.

 

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