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Teure Medikamente

Freitag, 01. Mai 2020, 12:30 bis 13:00 Uhr, NDR Info

CAR-T-Zellen und Kochsalzlösung zur Infusion. © NDR Foto: Birgit Augustin

Teure Arzneien - Wieviel Fortschritt verträgt das Gesundheitssystem?

Sendung: Das Forum | 01.05.2020 | 12:35 Uhr | von Augustin, Birgit

Pharmafirmen forschen weltweit nach neuen Arzneien. Auch zur Bekämpfung von seltenen Krankheiten wie SMA. Eine 2-Millionen-Euro-Spritze soll Kinderleben retten.

Wieviel Fortschritt verträgt das Gesundheitssystem?
Ein Feature von Birgit Augustin

CAR-T-Zellen und Kochsalzlösung zur Infusion. © NDR Foto: Birgit Augustin
CAR-T-Zellen, genveränderte menschliche Abwehrzellen, gehören zu den teuren Hoffnungsträgern der modernen Medizin.

Bislang hat das deutsche Gesundheitssystem die Auswirkungen der Corona-Pandemie bewältigen können. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben Krankenpfleger und Ärztinnen alle infizierten Patienten so behandeln können, wie es medizinisch geboten ist. Nach einem schützenden Impfstoff forschen rund einhundert Projekt-Teams weltweit.

Die Forschung für neue Impfstoffe und für Menschenleben rettende neue Arzneimittel kostet Zeit und sehr viel Geld. Geld, das Pharmafirmen in der Hoffnung auf spätere Gewinne investieren und die von der gesetzlichen Krankenversicherung mit finanziert werden.

Gen-Therapeutika und ihre Finanzierung

Besonders große Hoffnungen setzen Mediziner auf Gen-Therapeutika. Viele bislang unheilbare, auch sehr seltene Krankheiten scheinen besiegbar zu werden, die Spinale Muskelatrophie bei Kindern etwa.  

Quinn bei der Physiotherapie. © NDR Foto: Birgit Augustin
Quinn leidet unter SMA, Spinaler Muskelatrophie.

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat die „Zwei-Millionen-Euro-Spritze“ Zolgensma entwickelt, das teuerste Medikament der Welt. Nachdem diese Spritze in den USA für Kinder bis zu zwei Jahren zugelassen worden ist, setzen auch immer mehr Eltern in Deutschland Hoffnungen auf dieses Medikament. Novartis verhandelt bereits mit Krankenkassen über innovative Bezahlmodelle. Zolgensma ist nicht das einzige Gentherapeutikum, das kurz vor der Zulassung steht. Das medizinische Ziel dabei: die einmalige Gabe eines Arzneimittels soll eine meist seltene Krankheit therapieren, manchmal sogar heilen. Doch funktioniert das wirklich?

Die Hersteller lassen sich ihre neuen Therapeutika teuer bezahlen. Wieviel darf ein Menschenleben kosten? Hält das unser solidarisch organisiertes Gesundheitssystem finanziell auf Dauer aus?

Das Manuskript der Sendung
Zellen werden aus dem Cyro-Container geholt. © NDR Foto: Birgit Augustin

Teure Medikamente

Viele bislang unheilbare Krankheiten sollen mithilfe neuer Medikamente, Gen-Therapeutika, besiegbar werden. Die Spinale Muskelatrophie etwa. Doch die Arzneien sind extrem teuer. Download (352 KB)

Eine gezeichnete Weltkarte. © fotolia.com Foto: zagandesign

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