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Späte Entlohnung

Samstag, 11. April 2020, 19:20 bis 19:30 Uhr, NDR Info

Ein Aktenordner mit der Aufschrift "Zwangsarbeiter 2000 und 1999", daneben studieren zwei ältere Herren Unterlagen. © dpa picture alliance Foto: Uli Deck

Späte Entlohnung: 20 Jahre Zwangsarbeiterentschädigung

NDR Info - Das Forum -

Erst seit 20 Jahren werden NS-Zwangsarbeiter von Deutschland individuell entschädigt. Ein Stiftungsfonds verteilt das Geld über Partnerorganisationen auch nach Polen.

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20 Jahre Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter
Ein Feature von Jan Pallokat, ARD Studio Warschau

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Zwangsarbeiterinnen waren zum Beispiel in den Fabriken oder in der Landwirtschaft eingesetzt.

Jahrzehntelang hat der deutsche Staat ehemaligen ausländischen NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eine individuelle Entschädigung für das erlittene Leid verweigert. Die Bundesrepublik Deutschland leistete lediglich pauschale Entschädigungszahlungen an einzelne Staaten.  Die DDR lehnte jegliche Entschädigung für ausländische NS-Opfer ab. 

Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" geschaffen

Erst nach der deutschen Einheit einigten sich die Fraktionen des deutschen Bundestages darauf, eine Stiftung zur Entschädigung von Zwangsarbeit einrichten zu wollen. Im Sommer 2000 wurde dann nach langwierigen internationalen Verhandlungen die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gegründet. Deutsche Unternehmen beteiligten sich mit rund 5 Milliarden DM an dem 10 Milliarden DM Stiftungsfonds. Das Geld wurde über Partnerorganisationen an ehemalige Zwangsarbeiter verteilt - auch in Polen. Eine sehr späte Entlohnung für die menschenverachtende Arbeit unter dem NS-Regime. Zeitzeugen aus Polen erinnern sich. (Wiederholung vom 02.04.2020)