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Wer bezahlt die Hacker?

Dienstag, 28. Mai 2019, 20:30 bis 21:00 Uhr, NDR Info

Selbstbewusst, aber fremdgesteuert
Feature von Anna Loll

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Hacker arbeiten nicht nur im kriminellen Bereich, es gibt auch Ethiker unter ihnen. Allerdings immer weniger.

Hacker sind ein schillerndes Volk: Sie lieben ihre Freiheit, agieren meistens im Verborgenen und genießen doch die öffentliche Wahrnehmung. Als „Gut-Menschen“ und als „Bös-Menschen“. Wenn sie als Kriminelle in fremde Computersysteme eindringen, um Bürger, Unternehmen oder Regierungen zu erpressen und zu schädigen. Aber auch als ethisch motivierte „Hackeraktivisten“, die für die informelle Selbstbestimmung des einzelnen Bürgers kämpfen – gegen ausspähende Regierungen und finanzmächtige Unternehmen.

Dass sich Hacker mit ihren Aktivitäten nicht nur Freunde machen und gelegentlich in Konflikt mit dem Gesetz kommen, liegt in der Natur der Sache.

Die rebellische Attitüde gibt ihnen einen Touch des verwegenen, aber integren Widerständlers, eines digitalen Robin Hood. Beim Getöse um die Weltrettung übersehen Hacker manchmal jedoch, dass sie selbst von Anfang an unter der Kontrolle ihrer Gegner stehen. Denn tatsächlich lassen sich viele Hacker ihren Lebensunterhalt ausgerechnet von denjenigen bezahlen, die sie vorgeblich bekämpfen: von der amerikanischen Regierung, vom US-Militär oder aber von Google – auch in Deutschland.

 

Mit dem Geld werden Abhängigkeiten geschaffen – Abhängigkeiten, die nicht immer im Sinne einer freien, lebendigen und vor allem unabhängigen Zivilgesellschaft sind.