Das Feature

das ARD radiofeature - Faules Lob im Netz

Sonntag, 28. Februar 2021, 11:04 bis 12:00 Uhr, NDR Info

Cover: NDR Feature Box © NDR

ILLUSTRATION - Ein Mauszeiger schwebt am 29.08.2016 in Berlin über einer Skala von Sternen zum Bewerten eines Produktes auf einer Website (gestellte Szene). © WDR / picture alliance / dpa Themendie Foto: Andrea Warnecke
Die Gier nach positiven Bewertungen im Internet ist groß. Das nutzen windige Agenturen aus. Ein Whistleblower packt aus.
Ein Feature über das Geschäft mit Online-Bewertungen

Sterne sind die neue Währung im Internet. Unternehmen mit vielen positiven Bewertungen haben es leichter, neue Kunden zu gewinnen und ihre Produkte zu verkaufen. Der Drang nach Sternen und positiven Online-Bewertungen ist groß. Windige Agenturen, die Fünf-Sterne-Bewertungen zum Kauf anbieten, machen kräftig Kasse.

Das Feature von Autorin Eleni Klotsikas zeigt, wie das Geschäft mit gekauften Bewertungen funktioniert. Dafür hat sie sich als sogenannte Clickworkerin bei einer Bewertungsagentur eingeschleust und erfahren, wie man mit Schreiben von Fake-Bewertungen Geld verdienen kann. "Faules Lob im Netz – Ein Feature über das Geschäft mit Online-Bewertungen" heißt das neue ARD radiofeature, das ab Mittwoch, 24. Februar 2021, in acht Wort- und Kulturwellen der ARD zu hören und im Internet unter www.ardaudiothek.de als Podcast verfügbar ist.

Die Hintermänner dieser zweifelhaften Agenturen verstecken sich hinter intransparenten Firmengeflechten mit Sitz in Steuerparadiesen. Damit entziehen sie sich dem Zugriff der Justiz. Große Online-Portale fürchten um ihre Glaubwürdigkeit und fahnden deshalb selbst nach den Betrügern. Das Geschäft floriert dennoch, wie ein Whistleblower erzählt: Ärzte, Anwälte, Autohäuser, Online-Händler und KFZ-Gutachter aus ganz Deutschland zahlen Hunderte von Euros für gekauftes Lob im Internet. Manche geben sogar den Text vor. Die Dreistigkeit, mit der getrickst wird, scheint grenzenlos. Mitunter hat das fatale Folgen für die Verbraucher. Sie geraten an schlechte Dienstleister, wie der Fall eines plastischen Chirurgen zeigt. Beim Ärztevergleichsportal Jameda beeindruckte er mit über 100 positiven Bewertungen. In Wirklichkeit hat er viele seiner Patient*innen durch grobe Behandlungsfehler entstellt und traumatisiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.  Auch bei Amazon finden sich fragwürdige Produkte, die durch gekaufte Bewertungen prominent platziert sind. Das weltweit größte Online-Kaufhaus versucht inzwischen selbst gegen diese Bewertungen vorzugehen.

Feature von Eleni Klotsikas
Produktion: SWR 2020

Verfügbar bis 22.02.2022.

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