Stand: 24.10.2019 16:15 Uhr

Ach, Arnie!

Der neue Terminator-Film "Dark Fate" kommt in die Kinos und das Besondere daran ist: Arnold Schwarzenegger spielt wieder mit - auch auch Linda Hamilton, wie schon in "Terminator 2". Und daran knüpft der Film auch an. Nicht ganz unkompliziert das Ganze.

Eine Glosse von Ocke Bandixen

Szene aus "Terminator: Dark Fate" mit Linda Hamilton als Sarah Connor (l.) und Arnold Schwarzenegger © 20th Century Fox
Auch Linda Hamilton als Sarah Connor (l.) ist im neuen Fim "Terminator 6: Dark Fate" mit von der Partie.

Komm mit mir, wenn du leben willst. Sagt Arnold Schwarzenegger immer. Nein, man müsste in diesem Fall wohl etwas anderes sagen, nämlich: Hören Sie gut zu, wenn sie die Handlung kapieren wollen. Denn es ist durchaus nicht total simpel, was hier passiert.

Moment, bevor wir jetzt weitermachen können, kippt, hoppla, ein brennender Truck über den Highway, abgeschossen von einem Rev 9, einem dieser neuen Terminatoren, der Nachfolger vom T-1000, Sie erinnern sich sicher, an die wir uns erst noch gewöhnen müssen. Der T-1000 hakte ja beim Nachjustieren der Schutzmodule im hinteren Abschnitt.

Auch Arnold Schwarzenegger muss sich erst noch daran gewöhnen, nehmen wir an. Als alter T-800 Terminator, als der auf den Markt kam, sprach man das ja noch auf Deutsch aus: Terminator. Also, wie schon erwähnt: "Terminator 6" knüpft an "Terminator 2" an. Vergessen Sie also schnell die Handlungen von "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen", "Terminator 4 - Die Erlösung" und "Terminator 5 - Genisys". Ist vielleicht auch nicht ganz so schwer, von reiner Handlung sprechen ja nur die wenigsten.

Im Wesentlichen sagt Arnold Schwarzenegger ja auch recht wenig in all seinen Auftritten. Ist nicht so wie in diesen französischen Komödien von früher oder wie in Woody-Allen-Filmen, wo immer so viel gequasselt wird.

Und praktischer Weise sagt Arnold in den Terminator-Filmen auch oft das Gleiche: Ich will deine Kleidung, deine Stiefel und dein Motorrad, zum Beispiel. Oder: Hasta la vista, Baby. Man wartet ja schon darauf. I'll be back. Augenblick, wir lassen mal eben gerade den brennenden Hubschrauber durch, von dem aus mit einer Panzerfaust auf den Pick-up da vorne geballert wird. Ja? Gut.

An diese komplizierten Fortsetzungen sind wir als Zuschauerinnen und Zuschauer ja längst schon gewöhnt. Müssen wir an Bobby Ewing erinnern, der gar nicht tot war, sondern so viele Dallas-Folgen lang unter der Dusche gestanden hatte, so dass er erstens vermutlich sehr sauber war und zweitens nicht nur Pam, sondern auch die weltweiten Zuschauer maximal verwirrt, was denn nun von der Handlung im letzten halben Jahr tatsächlich stattgefunden hatte oder nur von ihr geträumt wurde.

Ich will ein Handtuch, meine Kleidung und deinen Fön. Wir sind gewöhnt und durchaus galaktisch leidgeprüft durch Star Wars, wo man ja doch Schwierigkeiten hat, zu kapieren, an welcher Stelle der dreifachen Trilogie nun der zehnte Kinofilm einzusortieren ist. Ich will dein Laserschwert, deinen Raumgleiter und deinen Todesstern. Und nun auch noch Terminator. Komm mit ins Kino, wenn kapieren willst.

Sekunde. Jetzt steigt gerade eine ziemlich bedrohliche Frau mit schicker Sonnenbrille aus dem Wagen und ballert über den Platz. Huch, ich glaube, sie hat ein paar Böse getroffen. Gut gemacht!

Das ist erfreulicherweise die Schauspielerin Linda Hamilton, die ja auch schon in "Terminator 2" die Mutter von John Connor spielt, den späteren Retter der Menschheit im Kampf gegen die bösen Maschinen. Können Sie mir folgen? Kürzer gesagt: Die Welt muss vor ihrem eigentlich unausweichlichen Ende gerettet werden. Praktischerweise war beim letzten Mal das Datum bekannt. Laut Film war es der 29. August 1997. Ist ja dann nicht so gekommen, wie wir wissen. Aber sei es drum. Ist ja auch nur ein Film. Die Handlung setzt jetzt wieder ein. Und wir steigen wieder voll ein in die ganz große Terminator-Show:

Wir wollen deine Weltrettung, deine Sprüche und endlich ein Ende, aber diesmal wirklich. Versprochen, Arnie?

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NDR Info | Auf ein Wort | 24.10.2019 | 18:25 Uhr