NDR Info Nachrichten vom 08.10.2019:

Brexit-Streit: Einigung weit entfernt

London: Im Brexit-Streit zeichnet sich weiter keine Lösung ab. Die britische Regierung hält eine Einigung mit der Europäischen Union für sehr unwahrscheinlich. Diesen Schluss habe Premierminister Johnson aus einem Telefonat mit Kanzlerin Merkel gezogen. Merkel habe Johnson zu verstehen gegeben, dass Nordirland in der Zollunion bleiben müsse, um eine Einigung zu erzielen, hieß es in London. In Berlin bestätigte Regierungssprecher Seibert lediglich das Telefonat. Zum Inhalt äußerte er sich nicht. Der EU-Austritt Großbritanniens ist für den 31. Oktober geplant.| 08.10.2019 19:15 Uhr

Kein EU-Beschluss zur Mittelmeerrettung

Luxemburg: Die Innenminister der Europäischen Union bleiben beim Thema Seenotrettung uneins. Keines der Mitgliedsländer schloss sich einer Initiative für einen festen Verteilmechanismus für Migranten an. Bundesinneminister Seehofer hatte mit Italien, Frankreich und Malta eine entsprechende Übereinkunft erzielt. Der CSU-Politiker sagte, er wolle weiter dafür werben. Ziel sei, Anlandung und Verteilung von im Mittelmeer geretteten Migranten in geordnete Bahnen zu lenken. Bislang mussten Rettungsschiffe teils Wochen auf See ausharren. Deutschland hat zugesagt, jeweils ein Viertel der Menschen aufzunehmen. Die Minister Griechenlands, Zyperns und Bulgariens erklärten, sie fühlten sich mit der Versorgung der Menschen allein gelassen. Derzeit kämen deutlich mehr Migranten über die östliche Mittelmeerroute nach Europa als über Italien.| 08.10.2019 19:15 Uhr

Trump: USA lassen Kurden nicht im Stich

Washington: US-Präsident Trump hat bestritten, die Kurden in Nordsyrien im Stich gelassen zu haben. Trump schrieb auf Twitter, die Vereinigten Staaten seien vielleicht dabei, Syrien zu verlassen. Aber man unterstütze die Kurden finanziell und mit Waffen. Zudem hätten die amerikanischen Streitkräfte lediglich 50 Soldaten in der Region gehabt. Der US-Präsident hatte gestern den Abzug der Truppen aus Nordsyrien angekündigt. Hintergrund ist eine von der Türkei geplante Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz. Ankara sieht diese Gruppe als Terrororganisation. Die Linkspartei kritisierte die Türkei für den geplanten Einmarsch in Syrien. Fraktionschef Bartsch sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", man müsse die Nato-Mitgiedschaft des Landes auf den Prüfstand stellen.| 08.10.2019 19:15 Uhr

Kritik am Teilhabepaket gegen Kinderarmut

Berlin: Die staatlichen Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket gegen Kinderarmut verfehlen laut einer neuen Untersuchung weitgehend ihr Ziel. Wie der Paritätische Wohlfahrtsverband mitteilte, profitierten zuletzt weniger als 15 Prozent der Schüler unter 15 Jahren aus Hartz-IV-Familien davon. Mindestens 85 Prozent der Leistungsberechtigten würden nicht erreicht. Hauptgeschäftsführer Schneider sagte, das Paket sei Murks und gehe komplett an der Lebensrealität Heranwachsender vorbei. Das erste Bildungs- und Teilhabepaket war vor acht Jahren auf den Weg gebracht worden. Es sollte Kindern aus benachteiligten Familien einen besseren Zugang zum sozialen und kulturellen Leben ermöglichen. Im vergangenen April beschloss der Bundesrat weitere Verbesserungen.| 08.10.2019 19:15 Uhr