NDR Info Nachrichten vom 30.09.2019:

VW-Musterklage: Schadenersatz noch unklar

Braunschweig: Bei der Musterklage gegen Volkswagen müssen sich Dieselkunden bis zu einer klaren Einschätzung ihrer Chancen auf Schadenersatz gedulden. Das Oberlandesgericht Braunschweig hat am ersten Verhandlungstag noch keine Richtung vorgegeben. Während Verbraucheranwälte bereits Möglichkeiten auf Schadenersatz sehen, zweifelt VW an, dass den Kunden überhaupt finanzieller Verlust entstanden ist. Der Autobauer verwies darauf, dass die Fahrzeuge noch heute täglich von Hunderttausenden Kunden gefahren würden. Das Gericht betonte, dass selbst bei einem Erfolg eine Entschädigung mit der Nutzung des Autos verrechnet werden müsse.| 30.09.2019 20:00 Uhr

Nährwertampel soll Kunden Orientierung bieten

Berlin: Eine erweiterte Nährwert-Ampel soll Verbrauchern in Deutschland künftig eine bessere Orientierung bieten. Nach den Plänen von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner könnten Produkte mit der freiwilligen Kennzeichnung im kommenden Jahr in den Supermarktregalen zu finden sein. Zuvor waren etwa 1.600 Verbraucher zu vier möglichen Modellen befragt worden. Den Angaben zufolge votierten fast 60 Prozent der Teilnehmer für den sogenannten "Nutri-Score". Er bewertet unter anderem den Anteil von Zucker, ungesättigten Fettsäuren und Fetten in dem Lebensmittel. Die zuständige Grünen-Expertin Künast mahnte Klöckner, sich dafür einzusetzen, dass Nutri-Score in der ganzen EU zur Pflicht werde. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, dass die Kennzeichnung zunächst freiwillig bleibt.| 30.09.2019 20:00 Uhr

Prozess gegen "Revolution Chemnitz"

Dresden: Rund ein Jahr nach der Aufdeckung einer mutmaßlichen rechtsextremen Terrorzelle in Sachsen hat der Prozess gegen acht Angeklagte begonnen. Der Generalbundesanwalt wirft den Männern vor, sie hätten Anschläge geplant, um den demokratischen Rechtsstaat zu erschüttern. Laut Anklage hatten sie vor einem Jahr möglicherweise zur Übung mehrere Menschen in Chemnitz überfallen und einige verletzt. Die Beklagten sind zwischen 21 und 32 Jahre alt und hatten eine Gruppierung namens "Revolution Chemnitz" gegründet. Die Vertreter der Bundesanwaltschaft wiesen in Dresden erneut Vorwürfe der Verteidigung zurück, es handle sich um ein politisch motiviertes Verfahren.| 30.09.2019 20:00 Uhr

Abschied von Frankreichs Ex-Präsident Chirac

Paris: Der verstorbene frühere Präsident Frankreichs, Chirac, ist mit einem Staatsakt und einer Totenmesse geehrt worden. Etwa 30 amtierende und viele ehemalige Staats- und Regierungschefs kamen am Mittag in die Pariser Kirche Saint Sulpice, unter ihnen Bundespräsident Steinmeier und der französische Staatschef Macron. Der Pariser Erzbischof Aupetit würdigte Chirac als warmherzigen Menschen, der soziale Belange und die Familie im Blick gehabt habe. Der Trauergottesdienst wurde auf Leinwänden vor der Kirche übertragen, wo sich zahlreiche Trauernde versammelten. Den ganzen Tag über herrscht in Frankreich Staatstrauer. Chirac war am vergangenen Donnerstag im Alter von 86 Jahren gestorben.| 30.09.2019 20:00 Uhr