NDR Info Nachrichten vom 09.09.2019:

Unterhaus fordert Herausgabe von Brexit-Unterlagen

London: Das britische Unterhaus hat die Regierung aufgefordert, Dokumente über die Planungen für einen EU-Austritt ohne Abkommen und über die bevorstehende Zwangspause des Parlaments herauszugeben. Ein entsprechender Beschluss wurde am Abend mit knapper Mehrheit angenommen. Kritiker werfen Premierminister Johnson vor, die Parlamentspause taktisch eingesetzt zu haben, um die Handlungsfähigkeit der Abgeordneten vor dem geplanten Austritt Ende Oktober einzuschränken. Später stimmt das Unterhaus erneut über die von Johnson angestrebten Neuwahlen ab. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zustande kommt. Die Opposition lehnt vorgezogene Wahlen solange ab, bis die Gefahr eines harten Brexits gebannt ist. Dazu trat heute auch ein Gesetz in Kraft. Es sieht vor, dass die britische Regierung die EU um eine Verlängerung der Brexit-Frist bitten muss, sollte in knapp sechs Wochen kein Austrittsabkommen zustande kommen.| 09.09.2019 22:00 Uhr

Rom: Regierung gewinnt Vertrauensvotum

Rom: Die neue italienische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten hat am Abend eine Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus gewonnen. Für morgen ist eine weitere Abstimmung im Senat vorgesehen. In beiden Kammern verfügt die Koalition über eine Mehrheit. Ministerpräsident Conte kündigte im Abgeordnetenhaus unter anderem eine weniger harte Migrationspolitik an. Das neue Kabinett des parteilosen Regierungschefs war vorige Woche vereidigt worden. Es gilt als deutlich pro-europäischer als die im August gescheiterte Vorgängerregierung der Fünf-Sterne-Bewegung mit der rechten Lega.| 09.09.2019 22:00 Uhr