NDR Info Nachrichten vom 09.09.2019:

Johnson: Offene innerirische Grenze auch nach Brexit

Dublin: Der britische Premierminister Johnson hat den EU-Austrittstermin Ende Oktober als gesetzt bezeichnet. Johnson sagte bei seinem Besuch in der irischen Hauptstadt Dublin, dazu gebe es keine Alternative. Der Brexit soll dem Regierungschef zufolge ohne eine feste Grenze zwischen Irland und Nordirland möglich sein. Wie das umgesetzt werden soll, verriet Johnson aber nicht. Der irische Ministerpräsident Varadkar klang dagegen weniger optimistisch. Die britische Regierung habe bislang keine realistische Alternative zu der sogenannten Backstop-Regelung vorgelegt. Diese Regelung ist eine Schutzklausel für eine offene Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland auch nach einem Brexit.| 09.09.2019 12:15 Uhr

Müller präsentiert "Grünen Knopf"

Berlin: Bundesentwicklungsminister Müller hat das staatliche Textilsiegel "Grüner Knopf "vorgestellt. Vergeben wird es an Hersteller, die eine Reihe sozialer und ökologischer Mindeststandards einhalten. Dazu gehören unter anderem Mindestlöhne und ein Verbot von Kinderarbeit. Müller sagte bei der Präsentation, es gehe um mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit in den Lieferketten. Das freiwillige Siegel soll zunächst an 27 Firmen übergeben werden, weitere 70 haben Interesse angemeldet. Kritik kommt von mehreren Hilfsorganisationen. "Terre des hommes" bemängelt, das Siegel nehme nur die letzte Stufe der Lieferkette in den Blick und nicht die Produktionsschritte davor, wie zum Beispiel den Baumwollanbau. Die Menschenrechtsgruppe "Medico international" nannte das Siegel praktisch wirkungslos, da es auf Freiwilligkeit setze.| 09.09.2019 12:15 Uhr

GEW: NC für Grundschul-Lehramt abschaffen

Berlin: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat erneut gefordert, den Numerus clausus für das Lehramt an Grundschulen abzuschaffen sowie die Zahl der Studien- und Anwärterplätze auszubauen. Die GEW-Vorsitzende Tepe nannte es eine Schande, dass junge Menschen, die sich für diesen wichtigen Beruf entschieden hätten, keinen Studienplatz bekämen. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf aktuelle Prognosen, nach denen bis zum Jahr 2025 mindestens 26.300 Lehrer an Grundschulen fehlen werden. Damit sei die Lage noch dramatischer als von der Kultusministerkonferenz erwartet, heißt es in einer heute vorgelegten Studie der Bertelsmann-Stiftung.| 09.09.2019 12:15 Uhr

AOK: Freie Arztwahl muss bleiben

Berlin: Die gesetzlichen Krankenkassen lehnen den Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ab, höhere Beiträge für die freie Arztwahl zu verlangen. Der Chef der AOK Rheinland/ Hamburg, Wältermann, sprach in der "Rheinischen Post" von einem vollkommen verfehlten Vorschlag. Er verwies unter anderem auf das Bedürfnis der Patienten nach Information in schwierigen Lebenslagen. Der freie Arztzugang sei ein hohes Gut, welches nicht aufgegeben werden dürfe. Ähnlich äußerte sich die Chefin der Techniker Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen, Steffens. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, hatte kritisiert, viele Patienten suchten zu oft verschiedene Fachärzte auf und verursachten dadurch unnötige Kosten.| 09.09.2019 12:15 Uhr