NDR Info Nachrichten vom 05.09.2019:

Hohe Haftstrafen im Lügde-Prozess

Detmold: Im Prozess um den jahrelangen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde sind die beiden Angeklagten zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Sie müssen für 13 beziehungsweise 12 Jahre ins Gefängnis. Zudem ordnete das Detmolder Landgericht eine anschließende Sicherungsverwahrung an. Das bedeutet, dass die Männer auch nach Verbüßung ihrer Haftstrafe zunächst nicht freigelassen werden. Die Angeklagten hatten auf dem Campingplatz jahrelang Kinder sexuell missbraucht. Während der Ermittlungen zu dem Fall hatte es zahlreiche Pannen gegeben, unter anderem verschwand Beweismaterial. Aber auch das Verhalten von Jugendämtern steht in der Kritik. Der nordrhein-westfälische Landtag hat zur Aufklärung des Skandals einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss eingesetzt.| 05.09.2019 12:15 Uhr

Neue italienische Regierung vereidigt

Rom: Die neue italienische Regierung aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten ist vereidigt. Regierungschef Conte und seine Minister sprachen am Vormittag vor Staatschef Mattarella ihren Amtseid. Dem Kabinett gehören sieben Frauen und 14 Männer an. Neuer Außenminister ist der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Di Maio, neue Innenministerin ist die parteilose Juristin und Asylexpertin Lamorgese. Die Regierung aus Fünf Sternen und Demokratischer Partei war nach mühsamen Verhandlungen entstanden. Ihr müssen jetzt noch beide Parlamentskammern zustimmen, in denen die Koalitionsparteien eine Mehrheit haben.| 05.09.2019 12:15 Uhr

Auch britisches Oberhaus könnte harten Brexit blockieren

London: Das britische Oberhaus kommt heute erneut zusammen, um sich mit dem Gesetz für eine Verschiebung des EU-Austritts zu befassen. Es hat offenbar seinen Widerstand gegen die Pläne aufgegeben. Damit könnte das Gesetz bis Freitag gebilligt werden und noch vor der mehrwöchigen Parlamentspause in Kraft treten. Dem Papier hatte gestern bereits das Unterhaus zugestimmt. Es soll Premierminister Johnson zwingen, eine Verschiebung des Brexits zu beantragen, sollte es keinen Kompromiss mit der EU für ein neues Austrittsabkommen geben. Johnson fürchtet, dass dadurch seine Verhandlungsposition geschwächt wird. Er hatte bislang immer betont, dass Großbritannien notfalls auch ohne Vertrag aus der EU austreten wird.| 05.09.2019 12:15 Uhr

Merkel startet zu dreitägiger China-Reise

Berlin: Bundeskanzlerin Merkel bricht am Nachmittag zu einer mehrtägigen Reise nach China auf. Morgen wird sie zunächst den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang treffen. Später steht dann ein Abendessen mit Präsident Xi Jinping auf dem Programm. Außerdem will Merkel mehrere Unternehmen besuchen. Begleitet wird sie dabei von einer großen Wirtschaftsdelegation. Vor der Reise haben deutsche Außenpolitiker ein klares Statement der Kanzlerin zu den Protesten in Hongkong gefordert. FDP-Fraktionsvize Lambsdorff erklärte, die Bundesregierung müsse die Einhaltung von Bürgerrechten anmahnen. Die Linke forderte Merkel dazu auf, für Gewaltfreiheit einzutreten.| 05.09.2019 12:15 Uhr