NDR Info Nachrichten vom 01.08.2019:

Maas erinnert an Opfer von NS-Verbrechen

Warschau: Am 75. Jahrestag des Aufstands gegen die deutsche Besatzungsmacht hat Bundesaußenminister Maas die Polen um Vergebung gebeten. Er schäme sich für das, was dem Land im deutschen Namen angetan worden sei, sagte der SPD-Politiker bei einer Gedenkfeier in der Hauptstadt Warschau. Diese Schuld sei nach dem Krieg viel zu lange verschwiegen worden. Maas sprach sich für ein Mahnmal für polnische NS-Opfer in Berlin aus. Die Verbrechen könnten damit zwar nicht ungeschehen gemacht werden. Aber der Opfer werde damit auf angemessene Weise gedacht. Am 1. August 1944 hatte sich die Polnische Heimatarmee gegen die NS-Besatzer zur Wehr gesetzt. SS-Einheiten schlugen den Aufstand nach 63 Tagen nieder. Sie töteten etwa 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten.| 01.08.2019 17:15 Uhr

BUND: Klöckners Wald-Pläne unzureichend

Hamburg: Die Umweltschutzorganisation BUND sieht die Pläne für eine Aufforstung der Wälder grundsätzlich positiv. Der Vorsitzende, Weiger, sagte auf NDR Info, es sei gut, dass in das Thema Bewegung komme. Allerdings halte er die Vorschläge von Landwirtschaftsministerin Klöckner für völlig unzureichend. Neben der Aufforstung der Wälder durch Laubbäume müsse es darum gehen, den Stickstoffausstoß zu verringern. Schadstoffe, die aus dem Straßenverkehr oder der Landwirtschaft kämen, würden den Wald stark belasten, so der BUND-Vorsitzende. Klöckner plant einen nationalen Waldgipfel. Heute hatte sie in Moritzburg mit den Landesforstministern der Union beraten. Die Landespolitiker forderten, dass der Bund in den kommenden vier Jahren rund 800 Millionen Euro für die Wälder bereitstellt.| 01.08.2019 17:15 Uhr

Kinderarmut: Hamburgs Sozialsenatorin fordert Kurswechsel

Hamburg: Die Sozialsenatorin der Hansestadt, Leonhardt, fordert einen politischen Kurswechsel, damit die Kluft zwischen armen und reichen Familien nicht weiter zunimmt. Auf NDR Info sagte die SPD-Politikerin, Deutschland gebe viel Geld für die Familienförderung aus. Zurzeit würden aber Eltern mit hohen Einkommen steuerlich begünstigt, zum Beispiel durch Kinderfreibeträge. Die Hamburger Sozialsenatorin sprach sich für die Einführung einer Kindergrundsicherung aus. Finanzschwache Familien könnten dann mehr Geld vom Staat bekommen als wohlhabende Eltern. Laut einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sind die Einkommensunterschiede weiter gewachsen. Demnach können die reichsten zehn Prozent der Familien inzwischen mehr als drei Mal so viel Geld für ihr Kind ausgeben wie die untersten zehn Prozent.| 01.08.2019 17:15 Uhr

Ethikrat: Mensch-Tier-Versuche vertretbar

Berlin: Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Dabrock, hält die in Japan geplanten Forschungen an Mensch-Tier-Wesen prinzipiell für vertretbar. Im ZDF sagte Dabrock, zwischen Mensch und Tier gebe es allerdings Grenzen, die aufrecht erhalten werden müssten. Auch sei eine Diskussion der Frage notwendig, inwieweit es gerechtfertigt sei, Tieren Leid zuzufügen und sie zu töten. Das Leben der Tiere müsse gegen das sterbenskranker Menschen abgewogen werden, so Dabrock. Die japanische Regierung hat Wissenschaftlern erlaubt, tierische Embryonen zu züchten, die menschliche Stammzellen enthalten. Ziel der Forscher ist es, menschliche Organe in den Embryonen heranwachsen zu lassen.| 01.08.2019 17:15 Uhr