NDR Info Nachrichten vom 27.07.2019:

Moskauer Polizei führt Hunderte Demonstranten ab

Moskau: Die Polizei hat bei Protesten in der russischen Hauptstadt Hunderte Demonstranten in Gewahrsam genommen. Nach Behördenangaben wurden fast 300 Menschen abgeführt. Sie müssten sich wegen Störung der öffentlichen Ordnung verantworten. Die Kundgebung richtete sich gegen den Ausschluss von Oppositions-Kandidaten von der Kommunalwahl in Moskau. Als Grund waren formale Mängel angeführt worden. Die Stadt hatte die Demonstration verboten und den Platz vor dem Rathaus gesperrt. Laut Polizei beteiligten sich trotzdem rund 3.500 Menschen an Protesten auf den anliegenden Straßen.| 27.07.2019 16:15 Uhr

Hongkong: Polizei löst Demo auf

Hongkong: In der chinesischen Sonderverwaltungszone hat die Polizei eine verbotene Kundgebung gegen die Regierung aufgelöst. Tausende Demonstranten hatten sich versammelt. Die Polizei setzte Tränengas, Pfefferspray und gummiummantelte Geschosse gegen die Regierungskritiker ein. Vorher hatte sie sie aufgefordert, die Straße zu räumen. Einige gingen nicht darauf ein und warfen Gegenstände auf die Polizisten. Ihr Protest richtete sich auch gegen Schlägertrupps, die am vergangenen Wochenende mindestens 45 Demonstranten verletzt hatten. Die Teilnehmer der Proteste heute warfen der Regierung und der chinesischen Staatsführung vor, mit den Schlägern zusammenzuarbeiten. In Hongkong gibt es seit Wochen Protestmärsche. Auslöser war ein umstrittener Gesetzentwurf. Er hätte die Auslieferung beschuldigter Personen nach China erlaubt. Das Gesetz liegt momentan auf Eis.| 27.07.2019 16:15 Uhr

Johnson fordert von EU Verzicht auf Grenzregelung

London: Großbritanniens Premierminister Johnson hat die Europäische Union aufgefordert, auf die im Brexit-Vertrag festgeschriebene Vereinbarung zur irisch-nordirischen Grenze zu verzichten. Anderenfalls werde sein Land die EU ohne Abkommen verlassen, sagte Johnson auf einer Veranstaltung in Manchester. Die Regelung sieht vor, dass es keine Kontrollen an der Grenze zwischen Irland und Nordirland geben soll. Deshalb soll das Vereinigte Königreich auch nach dem EU-Austritt in einer Zollunion bleiben. Johnson lehnt dies ab. Im Falle eines ungeregelten Brexits sind Grenzkontrollen kaum zu vermeiden.| 27.07.2019 16:15 Uhr

Umweltschützer: Grohnde hätte vom Netz gehen müssen

Hannover: Umweltschützer haben kritisiert, dass das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen wegen der hohen Temperaturen nicht abgeschaltet worden ist. Nach Ansicht des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz hätte das Kraftwerk auf jeden Fall vom Netz gehen müssen, unabhängig davon, ob das Wasser der Weser eine bestimmte Temperatur überschreitet. Die Kritik richtet sich insbesondere an das niedersächsische Umweltministerium, das als Aufsichtsbehörde die Vorgänge im AKW bei heißer Witterung zu prüfen habe. Der Betreiber hatte Mitte der Woche angekündigt, dass das Kraftwerk voraussichtlich abgeschaltet werden muss, weil ab einer Wassertemperatur von 26 Grad kein Kühlwasser mehr in die Weser zurückgeleitet werden darf. Tatsächlich blieb die Temperatur des Flusses aber mit 25 Grad unter dem Grenzwert.| 27.07.2019 16:15 Uhr