NDR Info Nachrichten vom 27.06.2019:

Weitere Haftbefehle im Fall Lübcke erlassen

Karlsruhe: Nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke hat ein Ermittlungsrichter weitere Haftbefehle erlassen. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, richten sie sich gegen zwei heute früh festgenommene Verdächtige. Einem 64-Jährigen werde vorgeworfen, die Tatwaffe besorgt und damit Behilfe zum Mord begangen zu haben. Der zweite Verdächtige im Alter von 43 Jahren soll den Kontakt zum mutmaßlichen Täter hergestellt haben. Dieser hatte gestanden, Lübcke Anfang des Monats vor dessen Wohnhaus erschossen zu haben. Der 45-Jährige war in der Vergangenheit vom Verfassungsschutz als gewaltbereiter Rechtsextremist eingestuft worden. In Kassel demonstrierten am Abend etwa 8.000 Menschen gegen rechte Gewalt. Laut Veranstalter wollten sie damit ein Zeichen gegen die Spaltung der Gesellschaft und für eine tolerante, demokratische und friedliche Region setzen.| 27.06.2019 22:00 Uhr

Bundestagsdebatte zum Fall Lübcke

Berlin: Der gewaltsame Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke war heute auch Thema einer Aktuellen Stunde des Bundestages. Die neue Bundesjustizministerin Lambrecht rief die Bürger in Deutschland auf, sich engagiert gegen Rechtsextremismus einzusetzen und die Demokratie zu verteidigen. Innenminister Seehofer sagte, Hassparolen, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus müsse mit einer Null-Toleranz-Strategie begegnet werden. Rechtsextremismus sei eine hohe Gefahr für das Land und seine Bevölkerung. Der AfD-Abgeordnete Hess warf den anderen Parteien vor, den Fall Lübcke zu instrumentalisieren, um gegen seine Partei zu hetzen. Der frühere SPD-Vorsitzende Gabriel entgegnete mit Blick auf das derzeitige Klima im Land, die AfD sei durch ihre Rhetorik Haupttäter und nicht etwa Opfer.| 27.06.2019 22:00 Uhr