NDR Info Nachrichten vom 10.06.2019:

Iran: Maas wirbt für Erhalt des Atomabkommens

Teheran: Bundesaußenminister Maas hat vor Gesprächen mit seinem iranischen Kollegen Sarif die Bedeutung des Atomabkommens mit Iran hervorgehoben. Der Erhalt des Vertrags sei für Europa aus Sicherheitsgründen außerordentlich wichtig, sagte Maas nach seiner Ankunft in Teheran. Auch Iran müsse neben dem wirtschaftlichen ein politisches und strategisches Interesse haben, das Abkommen und damit den Dialog mit Europa aufrecht zu erhalten.  Irans Präsident Ruhani hatte letzten Monat den verbliebenen Vertragspartnern – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland – ein Ultimatum zum 7. Juli gestellt. Entweder sie gewährleisteten bis dahin die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile und neutralisierten damit die US-Sanktionen, oder Iran beginne mit der zweiten Phase des Teilausstiegs aus dem Atomabkommen. Maas will heute außer mit Sarif auch mit Ruhani sprechen.| 10.06.2019 11:00 Uhr

Zusammenstöße in Hongkong

Hongkong: In der chinesischen Sonderverwaltungszone ist es nach friedlichen Massenprotesten gegen das geplante Auslieferungsgesetz zu Zusammenstößen gekommen. Einige hundert Demonstranten versuchten, Absperrgitter einzureißen und den Regierungssitz und die gesetzgebende Versammlung zu stürmen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Es gab Verletzte und Festnahmen. Das Gesetz würde den Behörden in Hongkong ermöglichen, Verdächtige nach China zu überstellen. Dagegen waren gestern Hunderttausende auf die Straße gegangen. Sie argumentieren, dass Chinas Justizsystem nicht unabhängig sei und politisch Andersdenkende verfolge. Die Hongkonger Regierung betont dagegen, das Gesetz stelle sicher, dass die Sonderverwaltungszone ihre internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität erfülle.| 10.06.2019 11:00 Uhr

Zeitung: Zahl der Asylbewerber in der EU steigt wieder

Brüssel: Die Zahl der Asylbewerber in der EU ist einem Bericht zufolge in den ersten vier Monaten dieses Jahres gestiegen. Dazu trägt unter anderem die Krise in Venezuela bei. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten unter Berufung auf Daten der EU, von Januar bis Ende April hätten rund 206.000 Menschen erstmals einen Asylantrag in der Europäischen Union gestellt. Das seien 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grund für den erneuten Anstieg sei, dass immer mehr Asylbewerber über reguläre Wege und visafrei in die Union einreisten, heißt es in dem Bericht. Vor allem aus Lateinamerika kämen immer mehr Menschen. Venezuela ist demnach inzwischen nach Syrien das Hauptherkunftsland von Asylbewerbern in der Europäischen Union.| 10.06.2019 11:00 Uhr