NDR Info Nachrichten vom 20.05.2019:

Österreichische Regierung zerbricht

Wien: In Österreich ist die rechts-konservative Regierung an der Videoaffäre zerbrochen. Alle FPÖ-Minister legten ihre Ämter nieder. Zuvor hatte Kanzler Kurz den Rücktritt von Innenminister Kickl vorgeschlagen. Kurz ergänzte, freiwerdende Ministerien sollten bis zur vorgezogenen Wahl im Herbst von Experten und Spitzenbeamten besetzt werden. Inzwischen haben sich mehrere Oppositionsparteien im Parlament in Wien für ein Misstrauensvotum gegen Kurz ausgesprochen. Auslöser für die Krise zwischen den bisherigen Bündnispartnern konservative Volkspartei ÖVP und rechtspopulistische Freiheitliche Partei FPÖ ist ein Video. Darin stellte der frühere FPÖ-Chef und Vize-Kanzler Strache einer vermeintlichen russischen Millionärin Regierungsaufträge als Gegenleistung für Wahlkampfhilfen in Aussicht.| 20.05.2019 23:00 Uhr

Deutsche Parteien zu Ibiza-Skandal

Berlin: Angesichts der Videoaffäre in Österreich haben alle Bundestagsparteien bis auf die AfD vor einer Zusammenarbeit mit Rechtspopulisten gewarnt. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer erklärte in der ARD, für ihre Partei seien diese keine möglichen Koalitionspartner. Der CSU-Vorsitzende Söder äußerte sich sinngemäß. SPD-Chefin Nahles sagte, sie hoffe auf einen Denkzettel auch für die konservativen Parteien, die den anderen zur Macht verholfen hätten. Der Vorsitzende der Linkspartei, Riexinger, erklärte wörtlich, die Rechtspopulisten hätten nichts auf der Pfanne, was die Interessen der Mehrheit in Europa betreffe. Die Grünen-Vorsitzende Baerbock warnte, diese wollten in ganz Europa Demokratie und Rechtsstaatlichkeit kaputt machen. FDP-Chef Lindner sagte, nach dem Brexit sehe Europa einen zweiten Scherbenhaufen, den Rechtspopulisten angerichtet hätten. AfD-Chef Meuthen sprach mit Blick auf die Videoaffäre von einem inneröstereichischen Ereignis.| 20.05.2019 23:00 Uhr

Tote bei Angriff auf Sicherheits-Posten in Mali

Bamako: Bei einem Angriff auf Sicherheitskräfte im Südosten Malis sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Das Sicherheitsministerium in Bamako erklärte, Unbekannte hätten den Posten an der Grenze zu Burkina Faso attackiert. Unter den Opfern seien zwei Polizisten, ein Grenzbeamter und vier Zivilisten. Im Norden Malis sowie in Burkina Faso und anderen Ländern der Sahel-Zone sind mehrere islamistische Terrorgruppen aktiv. Einige von ihnen haben Al-Kaida die Treue geschworen, andere dem sogenannten Islamischen Staat. Eine UN-Mission in Mali soll zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes beitragen. An der Mission beteiligen sich etwa 850 Bundeswehrsoldaten.| 20.05.2019 23:00 Uhr