NDR Info Nachrichten vom 20.05.2019:

Wien: Kurz spricht Kickl Vertrauen ab

Wien: In Österreich ist die Zukunft der Regierungskoalition der konservativen ÖVP mit der rechtspopulistischen FPÖ vorerst weiter offen. Bundeskanzler Kurz äußerte sich in einer Stellungnahme am Mittag nicht konkret, ob er Innenminister Kickl von der FPÖ entlassen wird. Er machte allerdings deutlich, dass er die erforderliche volle Aufklärung der sogenannten Ibiza-Affäre mit Kickl als Chef des Innenministeriums für nicht möglich hält. Der Kanzler berät jetzt mit Bundespräsident Van der Bellen über das weitere Vorgehen. Möglicherweise wird Kurz das Staatsoberhaupt dann bitten, Kickl zu entlassen. Die FPÖ hat bereits angekündigt, in diesem Fall auch alle anderen Minister aus dem Kabinett zurückzuziehen. Der bisherige FPÖ-Chef und Vizekanzler Strache war wegen der Affäre um ein Video mit belastenden Aussagen des Politikers vor zwei Tagen zurückgetreten.| 20.05.2019 16:15 Uhr

Merkel sagt Ukraine Hilfe zu

Munster: Kanzlerin Merkel will der Ukraine weiter helfen, eine Lösung im Konflikt mit Russland zu finden. Während eines Besuchs auf einem Bundeswehrübungsplatz in Niedersachsen sagte Merkel, Deutschland arbeite mit Frankreich an der Wiederherstellung der territorialen Integrität des Landes. Die Kanzlerin erinnerte an den heutigen Amtsantritt des neuen Präsidenten Selensky in Kiew. Dessen maßgebliches Ziel sei es, den Konflikt im Osten der Ukraine zu beenden. Merkel hatte im Heidekreis eine Panzerlehrbrigade der Bundeswehr besucht. Der Verband gehört zur schnellen Eingreiftruppe der Nato, für die Deutschland in diesem Jahr die Verantwortung trägt. Die Nato-Truppe wurde 2014 gegründet - als Antwort auf das russische Vorgehen in der Ukraine.| 20.05.2019 16:15 Uhr

EKD-Chef kritisiert Beschlagnahme der Sea Watch

Berlin: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, hat die Beschlagnahme eines Schiffs der Hilfsorganisation "Sea-Watch" in Italien kritisiert. Bedford-Strohm sagte, die Kriminalisierung von Seenotrettung müsse ein Ende haben. Er forderte die Bundesregierung auf, in dieser Frage gegenüber Italien deutlich Stellung zu beziehen. Nach der Rettung von 65 Bootsflüchtlingen durch "Sea-Watch" am vergangenen Mittwoch hatten die italienischen Behörden deren Hilfsschiff gestern beschlagnahmt. Die Menschen wurden an Land gebracht. Gegen den Kapitän wird wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung ermittelt.| 20.05.2019 16:15 Uhr