NDR Info Nachrichten vom 18.05.2019:

Österreichs Vizekanzler tritt nach Enthüllungsvideo zurück

Wien: Österreichs Vizekanzler Strache ist nach der Veröffentlichung eines Enthüllungsvideos von seinen Ämtern zurückgetreten. Der Chef der rechtspopulistischen FPÖ erklärte nach einem Gespräch mit Kanzler Kurz, seine Partei wolle die Koalitionsregierung fortführen. Als Nachfolger nannte er den derzeitigen FPÖ-Vizechef und Infrastrukturminister Hofer. Zugleich sprach Strache von einem politischen Attentat. Er habe bei dem in dem Video gezeigten Treffen mehrmals auf die rechtliche Lage in Österreich gepocht. Eine Stellungnahme von Kurz steht noch aus. Unbestätigten Medienberichten zufolge strebt Kurz jetzt Neuwahlen an. Hintergrund ist ein heimlich gedrehtes Video aus dem Jahr 2017, das gestern veröffentlicht wurde. Darauf ist zu sehen, wie Strache einer angeblichen russischen Investorin staatliche Aufträge als Gegenleistung für Wahlkampfhilfe anbietet.| 18.05.2019 14:45 Uhr

Weiterhin Diskussion über Kopftuchverbot

Wiesbaden: Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Lorz, hat sich kritisch über ein Kopftuchverbot an Grundschulen geäußert. Wenn sich Eltern auf die Freiheit der Religionsausübung berufen, habe der Rechtsstaat wenige Handlungsmöglichkeiten, sagte Lorz in einem Interview mit der "Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft". Ein gesetzliches Verbot dürfte vor dem Bundesverfassungsgericht kaum bestehen, so Hessens Kultusminister, der der CDU angehört. Aus pädagogischen Gründen sei das Tragen eines Kopftuchs an Grundschulen aber abzulehnen, da es nicht zur Integration beitrage und Mädchen stigmatisiere. Nachdem Österreich ein solches Verbot beschlossen hat, wird darüber auch in Deutschland diskutiert.| 18.05.2019 14:45 Uhr

Bremerhavener Werft will «Gorch Fock» als Pfand

Bremerhaven: Im Streit um offene Rechnungen bei der Sanierung der Gorch Fock will eine Werft das Schiff als Pfand benutzen, um selbst einer Insolvenz zu entgehen. Laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" fordert die Bredo-Werft insgesamt 4,3 Millionen Euro. Das Schiff liegt im Bremerhavener Dock, wo es im Auftrag der inzwischen insolventen Elsflether Werft repariert wird. Sollte der Bund nicht zahlen, will Bredo das für den 21. Juni geplante Ausdocken des Schiffes verhindern. Ein Sprecher des Bremer Wirtschaftssenators Günthner erklärte, bei der Werft direkt seien 500 Arbeitsplätze in Gefahr, bei Zulieferern und Subunternehmern etwa tausend.| 18.05.2019 14:45 Uhr