NDR Info Nachrichten vom 07.05.2019:

Wahlwiederholung in Istanbul - Opposition protestiert

Istanbul: Der Bürgermeister der türkischen Millionenstadt, Imamoglu, hat die Annullierung der Kommunalwahl scharf kritisiert. Vor vielen Anhängern seiner Oppositionspartei CHP bezeichnete er am Abend die Entscheidung der Wahlkommission als hinterhältig. Er kündigte an, direkt mit dem Wahlkampf zu starten. Imamoglu will noch heute nach Ankara fliegen und dort mit der Parteiführung der CHP das weitere Vorgehen besprechen. Die EU forderte die türkische Wahlkommission auf, ihre Entscheidung zu begründen. Imamoglu hatte am 31. März das Bürgermeisteramt in Istanbul mit einem hauchdünnen Vorsprung vor dem Kandidaten der Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan gewonnen. Die AKP legte dagegen Beschwerde ein.| 07.05.2019 06:45 Uhr

Umweltpolitiker fordern mehr Artenschutz

Berlin: Umweltpolitiker in Deutschland fordern angesichts des neuen Weltberichts zum Artensterben entscheidende Konsequenzen. Bundesumweltministerin Schulze sagte in den ARD-Tagesthemen, dieser Weckruf müsse in politisches Handeln umgesetzt werden. Die Bundesregierung werde mehr Lebensräume für Insekten schaffen und mehr für den Naturschutz tun. Auch einige Landes-Umweltminister fordern konkrete Maßnahmen. Laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" sprechen sie sich unter anderem für eine Kampagne gegen sogenannte Schottergärten aus. Diese gelten angesichts der großen Steinflächen als pflegeleicht, bieten aber kaum Lebensraum für Insekten. Der Weltrat für Biodiversität hatte dargelegt, wie der Mensch zunehmend die Artenvielfalt gefährdet. Rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind demnach weltweit vom Aussterben bedroht.| 07.05.2019 06:45 Uhr

US-Staatsanwälte: Trump hat Justiz behindert

Washington: In den USA sehen Hunderte ehemalige Staatsanwälte den Vorwurf der Justizbehinderung gegen Präsident Trump als erwiesen an. In einem offenen Brief schreiben die Juristen, der Bericht von Sonderermittler Mueller enthalte überwältigende Belege dafür, dass Trump die Russland-Ermittlungen sabotiert habe. Er hätte auf dieser Grundlage angeklagt werden müssen. Sein Präsidenten-Amt schütze ihn jedoch davor. Die Demokraten im US-Kongress verlangen von Justizminister Barr, eine vollständige Version des Mueller-Berichts ohne geschwärzte Stellen vorzulegen. Sollte er sich weigern, droht ihm ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses.| 07.05.2019 06:45 Uhr

Kritik an Internet-Inszenierungen von Ministern

Berlin: Mehrere Bundesminister stehen wegen ihrer Internet-Auftritte auf Plattformen wie Facebook und Twitter in der Kritik. Der haushaltspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Fricke, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Nutzung sozialer Netzwerke habe eine gefährliche Spirale in Gang gesetzt. Kritisches Hinterfragen werde unterbunden. Der Bürger solle offenbar zum Untertan gemacht werden, der Nachrichten empfangen und glauben soll. Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Überall, kritisierte, Pressestellen verbreiteten im Netz immer öfter selbstproduzierte Inhalte, anstatt Anfragen sachlich zu beantworten.| 07.05.2019 06:45 Uhr