NDR Info Nachrichten vom 27.04.2019:

Aktionäre verweigern Bayer-Vorstand Entlastung

Bonn: Der Bayer-Konzern steckt nach der Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto in einer Führungskrise. Die Hauptversammlung stimmte mit 55,5 Prozent gegen eine Entlastung des Vorstands. Das Votum hat zwar keine direkten Folgen, gilt aber als deutliches Zeichen des Misstrauens gegen die Führung um Vorstandschef Baumann. Zuvor hatten Aktionärsvertreter dem Vorstand vorgeworfen, für einen massiven Wert- und Imageverlust von Bayer verantwortlich zu sein. Die Risiken des Monsanto-Deals seien offenbar völlig unterschätzt worden. Bayer hatte den amerikanischen Pflanzengifthersteller vergangenes Jahr übernommen. Die Konzerntochter sieht sich wegen mutmaßlicher Gesundheitsrisiken des Mittels Glyphosat einer massiven Klagewelle in den USA ausgesetzt.| 27.04.2019 08:15 Uhr

Heil treibt Pläne für Paketbranche voran

Berlin: Bundesarbeitsminister Heil treibt seine Pläne gegen Ausbeutung in der Paketbranche voran. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" legt der SPD-Politiker jetzt einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Demnach sollen die großen Paketdienste verpflichtet werden, Sozialabgaben für ihre Subunternehmer nachzuzahlen, wenn diese beim Mindestlohn betrügen. So soll der eigentliche Auftraggeber für korrekte Arbeitsbedingungen verantwortlich werden. Heil riskiert damit einen Streit in der großen Koalition. Bundeswirtschaftsminister Altmaier von der CDU lehnt die sogenannte Nachunternehmerhaftung ab. Er setzt nach eigenen Angaben eher auf mehr Kontrollen. Rückendeckung erhält Heil von der Gewerkschaft Verdi.| 27.04.2019 08:15 Uhr

Bundesregierung: Afghanistan-Einsatz dauert lange

Berlin: Nach Einschätzung des Bundesverteidigungsministeriums ist ein Ende des Afghanistan-Einsatzes auch nach etwa 17 Jahren nicht in Sicht. Staatssekretär Silberhorn sagte der "Augsburger Allgemeinen", es seien viele kleine Schritte und ein langer Atem nötig, um in Afghanistan Frieden zu schaffen. Was man begonnen hat, müsse man auch zu Ende bringen. Die Krisen im Irak und in Syrien zeigten, dass sich die Lage verschlechtert, wenn keine langfristige Stabilisierung angestrebt wird.| 27.04.2019 08:15 Uhr

Lügde: Mehr Polizei, mehr Befragungen

Düsseldorf: Zur Aufklärung des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde weitet das nordrhein-westfälische Innenministerium die Ermittlungen aus. Ein Sprecher sagte dem "Westfalenblatt", alle Nutzer des Campingplatzes würden von Montag an als Zeugen vernommen. Dadurch solle geklärt werden, ob es noch mehr Opfer oder auch Täter gibt. Außerdem befassen sich weitere 13 Polizisten mit dem Fall, insgesamt sind 94 Beamte im Einsatz. Auf dem Campingplatz in Lügde soll ein 56-Jähriger mit einem Komplizen über Jahre mindestens 40 Kinder vergewaltigt und missbraucht haben. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen stehen wegen wiederholter Ermittlungsfehler in massiver Kritik. So verschwand etwa bei der Polizei in Detmold ein Koffer mit Beweismitteln.| 27.04.2019 08:15 Uhr