NDR Info Nachrichten vom 24.04.2019:

Mehr U-Häftlinge obwohl Kriminalität sinkt

Hamburg: In Deutschland sitzen immer mehr Verdächtige in Untersuchungshaft. Das hat der NDR aus Daten des Statistischen Bundesamtes berechnet. Bundesweit stieg die Zahl zwischen 2014 und "18 um ein Viertel. Am größten war der Sprung in Bremen und Hamburg, mit je etwa 90 Prozent mehr U-Häftlingen. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gab es einen Anstieg von jeweils rund 10 Prozent. In Schleswig-Holstein gab es kaum Veränderungen. Zugleich sank in Deutschland die Zahl der Straftaten und auch der Tatverdächtigen und Verurteilten. Dass es dennoch mehr Untersuchungsgefangene gibt, hat nach Angaben der Justizministerien verschiedene Gründe: Bei ausländischen Tatverdächtigen sei häufiger auf Fluchtgefahr entschieden worden, so dass sie in U-Haft bleiben müssten. Außerdem dauerten die Verfahren oft länger und Straftaten wie Einbrüche würden stärker bekämpft, so dass es mehr U-Häftlinge gebe.| 24.04.2019 08:45 Uhr

UN-Sicherheitsrat: Ja zu Resolution gegen sexuelle Gewalt

New York: Der UN-Sicherheitsrat hat auf Initiative Deutschlands eine Resolution gegen sexuelle Gewalt in Konflikten angenommen. Für den Entwurf stimmten am Abend 13 Staaten. Russland und China enthielten sich. Die Bundesregierung hatte den Text eingebracht. Ziel ist, dass künftig wirksamer und schneller gegen Vergewaltigungen in Kriegen vorgegangen werden kann. UN-Generalsekretär Guterres beklagte, dass sexuelle Gewalt in vielen Krisenregionen eine Kriegstaktik sei. Die meisten dieser Verbrechen würden niemals gemeldet, niemals untersucht und kämen erst recht nicht vor Gericht. Die USA hatten zunächst mit einem Veto gegen die Resolution gedroht. Die Amerikaner wehrten sich gegen eine Passage, in der auch Abtreibungen erwähnt werden. Der Abschnitt wurde schließlich gestrichen.| 24.04.2019 08:45 Uhr

Sri Lanka will Sicherheitskräfte reformieren

Colombo: Sri Lankas Präsident Sirisena hat nach den Anschlägen Konsequenzen im Sicherheitsapparat des Landes angekündigt. Er wolle die Polizei und andere Sicherheitskräfte in den nächsten Wochen komplett umstrukturieren, sagte er bei einer Pressekonferenz. Sirisena kündigte außerdem an, die für die Verteidigung zuständigen Posten neu zu vergeben. Von Informationen des Geheimdienstes im Vorfeld der Anschläge über mögliche Bedrohungen habe er nichts gewusst. Bei den Anschlägen auf Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka sind nach neuesten Angaben mehr als 350 Menschen getötet worden.| 24.04.2019 08:45 Uhr