NDR Info Nachrichten vom 16.04.2019:

Notre-Dame: Ermittler gehen von Unfall aus

Paris: Die Staatsanwaltschaft in der französischen Hauptstadt geht weiter davon aus, dass der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame auf einem Unfall beruht. Nichts weise derzeit in die Richtung einer vorsätzlichen Tat, sagte ein Vertreter der Behörde. Nach seinen Worten werden nun Zeugen angehört. Dazu zählten auch Angestellte von Firmen, die Renovierungsarbeiten durchgeführt haben. Die Fassade der Kathedrale hat dem Feuer ersten Untersuchungen zufolge Stand gehalten. Innenstaatssekretär Nuñez sagte, alles in allem sei der Bau stabil. Einige Schwachpunkte gebe es am Gewölbe und an einem Giebel im nördlichen Querschiff. Der Giebel müsse abgesichert werden. Deutschland will Frankreich beim Wiederaufbau von Notre-Dame helfen. Bundespräsident Steinmeier sagte, die Bilder des Brandes ließen niemanden in Europa unberührt. Frankreich sei in dieser Stunde nicht allein.| 16.04.2019 15:45 Uhr

Verhandlung über organisierte Sterbehilfe

Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht befasst sich seit heute mit dem seit 2015 bestehenden Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe. Zu Beginn betonte Gerichtspräsident Voßkuhle, wie die Gesellschaft mit dem Tod umgehe, spiegle die Einstellung zum Leben wider. Es gehe aber nicht um eine moralische oder politische Beurteilung der Selbsttötung, sondern ausschließlich um die Verfassungsmäßigkeit einer konkreten Strafrechtsnorm. Die Verfassungsklagen waren von Ärzten, Sterbehilfe-Vereinen und schwer erkrankten Einzelpersonen eingereicht worden. Sie sehen Grundrechte wie die Berufsfreiheit und das Persönlichkeitsrecht verletzt. Die Betroffenen sind der Meinung, dass sich aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Grundgesetzes ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben ableiten lasse. Dieses Recht müsse auch umfassen, dass Dritte dabei helfen dürfen. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet.| 16.04.2019 15:45 Uhr

Böhmermann scheitert mit Unterlassungsklage

Berlin: Das Verwaltungsgericht hat eine Unterlassungsklage des Satirikers Jan Böhmermann gegen das Bundeskanzleramt abgewiesen. Es ging dabei um Äußerungen von Kanzlerin Merkel zu dem Schmähgedicht Böhmermanns auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Merkel hatte das Gedicht über ihren Sprecher als bewusst verletzend bezeichnet. Der Satiriker wollte vor Gericht erreichen, dass der Kanzlerin untersagt wird, diese Worte öffentlich zu wiederholen. Die Richter in Berlin erklärten die Klage jedoch für unzulässig. Sie könne nur erhoben werden, wenn eine Wiederholung drohe. Das Kanzleramt hatte das jedoch bereits ausgeschlossen.| 16.04.2019 15:45 Uhr