Zwischen Hamburg und Haiti

Mensch und Natur im Ausserland

Sonntag, 18. Juli 2021, 09:34 bis 10:00 Uhr, NDR Info

Von Dennis Burk

Loser (1837 m.) und Trisselwand (1754 m) spiegeln sich im Altausseer See © NDR Foto: Dennis Burk
Loser (1837 m.) und Trisselwand (1754 m) spiegeln sich im Altausseer See

"Altaussee ist kein Dorf, sondern eine Krankheit, die man nie wieder los wird": Mit diesem Zitat unterstrich der deutsche Schriftsteller Jakob Wassermann (1873-1934) seine Liebe zum Ort und zur Region in der Mitte Österreichs. Wassermann gehörte seinerzeit zu den populärsten Schriftsellern im deutschsprachigen Raum. 1919 zog der gebürtige Fürther nach Altaussee und wurde dort auch begraben - inmitten eines Juwels: futuristische Berge, glasklare Seen, Narzissen-Wiesen - die Natur zeigt sich in diesem Teil der Steiermark von ihrer schönsten Seite.

Menschen am Altaussee: ein besonderer Schlag

Das "Jagdhaus Seewiese" in der Region Steiermark war 2015 Kulisse bei den Dreharbeiten für den Jame-Bond Film "Spectre" © NDR Foto: Dennis Burk
Das "Jagdhaus Seewiese" war 2015 Kulisse bei den Dreharbeiten für den Jame-Bond Film "Spectre" mit Daniel Craig und Christoph Waltz.

Und auch der Ausseer ist ein besonderer Schlag Mensch: Er gilt als selbstbewusst, vielleicht auch etwas störrisch. Für die Habsburger waren die Ausseer wichtig, denn hier wurde das weiße Gold, das Salz, abgebaut. Damit finanzierte Wien seine Krone. Noch heute wird in Altaussee Salz abgebaut. Die Augen sind heute im Ausseerland auf die Zukunft gerichtet: Der Hausberg von Altaussee, der Loser, soll eine neue Gondelbahn bekommen. Die Modernisierung des Losers verfolgen die Einheimischen mit einer gesunden Skepsis. Denn trotz Salz und beeindruckender Natur hat auch hier der Tourismus in den zurückliegenden Jahren stetig an Bedeutung gewonnen.

Sanfter Tourismus

Eine aus Marmor gebaute Rekonstruktion einer Bombe von 1945 - mit der damals geraubte Kunstschätze im Salzbergwerk gesprengt werden sollten © NDR Foto: Dennis Burk
Rekonstruktion der Bomben, die 1945 die von den Nazis geraubten Kunstschätze im Salzbergwerk sprengen sollten. Bergmänner schafften in einer Nacht- und Nebelaktion die Bomben aus dem Berg.

Gern wird hier vom sanften Tourismus gesprochen: Keine Inszenierungen, keine Bettenburgen, wie man sie von Tirol her kennt. Böse Zungen würden in solchen Fällen von einem "verschlafenen Nest" sprechen. NDR Reporter Dennis Burk besuchte für uns die Region - 23 Jahre nach seinem letzten Aufenthalt dort. Denn als Kind verbrachte er hier oft die Ferien. Und sein Fazit: Mensch & Natur haben trotz des Fortschritts ihre Natürlichkeit behalten. Und: Diese "Krankheit Altausee" wird man wirklich nicht wieder los!

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