NDR Info - Redezeit

Cyber-Angriffe auf Stadtverwaltungen, Kliniken, Verlage - Wie gut sind wir geschützt?

Dienstag, 23. November 2021, 21:03 bis 22:00 Uhr

Eine Hand tippt auf einer schwarzen Tastatur. © picture-alliance Foto: Nicolas Armer
Der Schatten einer Hand schwebt über einer Computerplatine © picture-allicane/JOKER Foto: Alexander Stein
Die Fälle im Norden häufen sich – Hacker bedrohen mittelständische Firmen und Gemeinden.

Es ist längst nicht mehr nur ein ‚Kino-Szenario‘: Gezielte Attacken auf digitale Infrastruktur nehmen auch im Norden zu, legen ganze Verwaltungen lahm: Kliniken, Unternehmen, Messenger-Dienste, Online-Händler. Und quasi alle sind potentielle Opfer – von den privaten Nutzerinnen und Nutzern bis hin zur öffentlichen Verwaltung. Vor allem Erstere warnen Behörden aktuell: Der sogenannte Black Friday, am 26.11., sei ein bei Betrügern beliebter Anlass. Ziel der Cyber-Angriffe dabei meist: Warenbetrug, Datenklau, Verunsicherung.

Cyberangriffe mit schadhafter Software haben deutschlandweit in den letzten Jahren um 70 bis 90 Prozent zugenommen. Großes Aufsehen hat zuletzt vor allem der erste Angriff auf einen deutschen Landkreis erregt:  In Anhalt-Bitterfeld war praktisch die gesamte Verwaltung lahmgelegt, der Katastrophenfall wurde ausgerufen, die Bundeswehr musste anrücken.  Im Norden wurde im Juli dieses Jahres das Klinikum in niedersächsischen Wolfenbüttel von Hackern attackiert, in den vergangenen Wochen erneut diverse Verwaltungen und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Worum geht es hierbei? Lösegeld? Macht-Demonstration oder Destabilisierung? Experten berichten, dass gerade kleine Verwaltungen und mittelständische Unternehmen im Fokus der Kriminellen stehen, da sie oft in Sachen IT-Security schlechter aufgestellt sind als große Unternehmen. Ist der Eindruck richtig?  Wie gut muss ein Unternehmen geschützt sein? Gibt es Mindest-Standards? Wer bezahlt den Aufwand einer professionellen IT-Task-Force? In wieweit ist bzw. wird IT-Sicherheit auch eine politische Aufgabe? Wer steckt hinter diesen angriffen und kann man sich ausreichend dagegen schützen? Wie können Übergriffe vermieden werden? …oder ist das ohnehin unrealistisch und der Fokus liegt eher darauf, wie schnell und professionell eine Verwaltung/Firma nach einem Angriff wieder arbeitsfähig ist? Kann man aus vergangenen Vorfällen lernen? Was, wenn noch sensiblere Strukturen, wie Strom Wasser etc von Cyber-Angriffen betroffen wären? Gibt es Ausweich-Modelle?

Niedersachsen hat als erstes Bundesland in der vergangenen Woche einen Kooperationsertrag mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, unterzeichnet; Ziel: Experten-Know-how nutzen und Abwehr-Strategien bündeln. Kann das Niedersachsen-Abkommen auch Modell-Charakter für andere Länder haben? Wie viel Sinn macht es, sich gegen Netz-Kriminelle zu vernetzen?

Redezeit Moderator Andreas Bormann begrüßte als Gäste:

Dr. Rico Badenschier
Oberbürgermeister in Schwerin

Jörg Bode
stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP in Niedersachsen

Arne Schönbohm
Präsident des BSI, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

 

 

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