NDR Info Hintergrund

Die Macht der Mikrochips - Europas Abhängigkeit von Asien

Dienstag, 06. April 2021, 20:33 bis 20:50 Uhr, NDR Info

Mikrochip im Tintenstrahldrucker

Ein Feature von Silke Hahne

Ein VW-Mitarbeiter mit einem Mund- und Nasenschutz steht in der Produktion neben einem Auto im Werk in Wolfsburg. © picture alliance/dpa Foto: Swen Pförtner
Der Autobau geht aufgrund der Lieferengpässe deutlich langsamer.

Weltweit standen Autofabriken Anfang dieses Jahres zeitweise still. Denn es fehlten wichtige Bauteile: Mikrochips. Hochkomplexe Mikrocontroller, die zum Beispiel Bremssysteme und Motoren steuern. Ohne solche Mikrocontroller und andere Halbleiter-Chips geht nichts mehr in modernen Autos. Zwei bis vier Millionen Autos können nach Einschätzungen von Experten deshalb im ersten Halbjahr 2021 nicht gebaut werden. 

Die großen asiatischen Chipfabriken hatten Lieferengpässe, weil wichtige Rohstoffe für die Produktion fehlten. Hinzu kam der US-Chinesische Handelskrieg. Diese Engpässe wirken lange nach. Die Produktion eines komplexen Halbleiters kann bis zu drei Monate dauern. Weil Mikrocontroller hochempfindlich und nur begrenzt lagerfähig sind, können sie auch nicht auf Halde produziert werden.

Nicht nur europäische Autohersteller sind von asiatischen Chipproduzenten bislang extrem abhängig - auch Elektronikkonzerne, die Haushalts- und Unterhaltungsgeräte produzieren. Ein Wettbewerbsnachteil in der globalen Wirtschaft. Die EU-Kommission will deshalb europäische Kooperationen in der Entwicklung und Produktion von Halbleitern gezielt fördern. Das Problem dabei: Technologisch liegen europäische Unternehmen gegenüber asiatischen Konkurrenten bei Hochleistungsrechnern Jahre zurück.

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/nachrichten/info/epg/NDR-Info-Hintergrund,sendung1148596.html

Mehr Nachrichten

Ein Mitarbeiter stellt in einem Testzentrum einen Corona-Test in ein Behältnis. © picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd Foto: Rolf Vennenbernd

Corona-News-Ticker: Bundesweit fast 30.000 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut verzeichnet knapp 8.000 Fälle mehr als gestern. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 160,1. Mehr Corona-News im Ticker. mehr