NDR Info Hintergrund

Symbol des Versagens: Streit um bosnisches Flüchtlingscamp Lipa

Sonntag, 21. Februar 2021, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Wächter und Geflüchtete in einem Flüchtlingscamp. © dpa picture alliance Foto: Samir Jordamovic

Ein Reportage-Feature von Andrea Beer und Srdjan Govedarica, ARD-Studio Südosteuropa

Männer in Kapuzenjacken in einem Flüchtlingscamp. © dpa picture alliance Foto: Samir Jordamovic
Bei Minusgraden warten Geflüchtete im Camp Lipa auf Essen.

Viele Flüchtlinge suchen seit 2017 den Weg nach Bosnien-Herzegowina, um von dort nach Kroatien und in andere EU-Länder zu kommen. Doch die zu Tausenden einreisenden Geflüchteten scheinen den kleinen Staat, der Mitglied in der EU werden will, politisch und gesellschaftlich zu überfordern. Die örtlichen Behörden und die Internationale Organisation für Migration (IOM) arbeiten mehr gegeneinander als miteinander.

Katastrophale humanitäre Lage

Der Unmut in der Bevölkerung über die Migranten wächst. Das zeigt sich besonders am Flüchtlingscamp Lipa nahe der Stadt Bihac. Das Zelt-Camp war vor Weihnachten nicht rechtzeitig winterfest gemacht worden, die humanitäre Lage katastrophal. Nachdem ein Brand fast alle Zelte zerstörte, waren rund 1.300 Männer aus Afghanistan, Pakistan, Bangladesch und dem Iran ohne Obdach im eiskalten bosnischen Winter. Der Versuch, sie vorübergehend in einer Kaserne nahe Sarajevo unterzubringen, scheiterte am Widerstand der dortigen Behörden.

Nach einer nächtlichen Irrfahrt in Bussen mussten die Menschen wieder in die zerstörte Brandruine von Lipa zurück. Die wütende Stimmung unter den Flüchtlingen eskalierte. Inzwischen stehen im Camp zwar 20 beheizte Armeezelte, doch die Situation hat sich keineswegs entspannt.

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