Das Forum

Der deutscheste Berg

Donnerstag, 03. Oktober 2019, 13:30 bis 14:00 Uhr, NDR Info

Okertalsperre im Harz. Darüber blauer Himmel und Sonne. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

'Der deutscheste Berg' - Die Natur erobert sich den Harz zurück

Sendung: Das Forum | 03.10.2019 | 13:30 Uhr | von Reidt, Lutz

Bis vor 30 Jahren war auch der Harz geteilt in Ost und West. Inzwischen geht es dem einzigen vereinten Naturpark Deutschlands immer besser.

30 Jahre nach der Wende erobert sich die Natur den Harz zurück

Ein Feature von Lutz Reidt

Jungwuchs von Nadelbäumen zwischen abgestorbenen Bäumen. © NDR Foto: Lutz Reidt
Große Flächen im Harz füllen abgestorbene Bäume. Der Jungwuchs bricht langsam durch.

2019 jährt sich die Wiedereröffnung des Brockens im Harz zum 30. Mal. Zuvor hatte die Stasi den Berg zu Spionagezwecken genutzt. Heute macht zwar der Borkenkäfer dem Gelände zu schaffen - aber der Wald zeigt sich widerständig: Der Jungwuchs grünt.

Allerdings befindet sich Norddeutschlands höchster Berg bei schönem Wetter fest im Griff der Tagestouristen. Vornehmlich mit der Brockenbahn erklimmen die meisten "Gipfelstürmer" den Berg. Rund 10.000 Besucher im Tagesverlauf können es schon mal sein.

Trotzdem sind Botaniker hoch zufrieden. Vor 30 Jahren waren gut zwei Drittel der ursprünglichen subalpinen Heideflächen verschwunden, stattdessen versiegelten Gebäude, Lagerplätze und Schotterwege das Plateau. Dieser Trend ist umgedreht worden.

Die Entwicklung des Nationalparks

Ausgangspunkt dieser Entwicklung war der Mauerfall im Herbst 1989. Nach einer Stern-Wanderung von 6.000 Demonstranten war der Brocken bereits im Dezember wieder zugänglich. Somit endete knapp drei Jahrzehnte nach dem Mauerbau auch die Zeit der Sperrzone auf dem höchsten Berg Norddeutschlands.

Gelbblühendes Brockenhabichtskraut im Brockengarten. © NDR Foto: Lutz Reidt
Wieder vielfach geplanzt wird das Brockenhabichtskraut.

Für viele Naturforscher in der DDR war dies Anlass, eine lang gehegte Idee umzusetzen: Die Gründung eines Nationalparks im Harz. Nur wenige Monate später - und noch vor der Wiedervereinigung - wurde der Nationalpark Hochharz durch Ministerratsbeschluss der DDR-Regierung eingerichtet. Der Park umfasste anfangs den östlichen Hochharz rund um den Brocken mit dem Brockenurwald an seiner Ostflanke. Im Soge dieser Entwicklung fassten auch im Westen Naturfreunde Mut, um nachzulegen: 1994 folgte der Nationalpark Harz in Niedersachsen.

Im Jahr 2006 fusionierten beide Nationalparks zum einzigen Schutzgebiet dieser höchsten Kategorie, das zwei Bundesländer umfasst. Sitz der Verwaltung ist Wernigerode in Sachsen-Anhalt. In einem Nationalpark soll sich die Natur weitgehend unbeeinflusst vom Menschen entwickeln können. Und Aufgabe der Wissenschaftler ist es, diese Entwicklungsprozesse zu studieren.

Das Manuskript der Sendung
Vom Borkenkäfer zerstörte Fichten stehen und liegen im Nationalpark Harz nahe dem Torfhausmoor. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Der deutscheste Berg

Nach dem Befall durch den Borkenkäfer, beginnt sich der Wald im Harz zu erholen. Seit 30 Jahren ist inzwischen der Brocken, als höchster Berg, wieder zugängig. Download (186 KB)

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