Das Forum

Das Grenzdorf Rüterberg muss sich neu erfinden

Donnerstag, 30. Mai 2019, 13:30 bis 14:00 Uhr, NDR Info

Geschichte, Teil zwei
Ein Feature von Alexa Hennings

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Ein früherer Grenzturm in Rüterberg, der heute als Ferienwohnung und auch vom Notarzt genutzt wird, weil man nur hier einen vernünftigen Handyempfang hat.

Rüterberg an der Elbe ist einer der seltsamsten Grenzorte, die es in der DDR gab. Wegen seiner Fast-Insel-Lage war es zweifach eingezäunt: gen Westen und gen Osten. Auch die DDR war für die Bewohner nur mit Passierschein erreichbar. 1989 wurde der Grenzzaun um Rüterberg sogar noch einmal erneuert. Und weil man Grenzzäune nicht einfach wegschmeißen kann, waren die Menschen im kleinen Elbdorf nach der deutschen Einheit erfinderisch. Sie haben kurzerhand alles umzäunt, was sich umzäunen lässt: den eigenen Garten, den Hühnerhof, den Friedhof. Und: Sie riefen sich trotzig zur Dorfrepublik aus, was nach der Grenzöffnung viele Touristen nach Rüterberg lockte. Doch die Zeit der vollen Reisebusse ist vorbei.

Während auf der anderen Elbseite im nahen Hitzacker das Touristenleben pulsiert, ist es in Rüterberg still geworden. Gasthaus und Pension haben längst geschlossen. Warum gelingt das, was gegenüber im Westen im Wendland so boomt, nicht auch hier? Dazu müsste man erst einmal miteinander reden, und daran hapert es im Dorf. Dessen Einwohnerschaft besteht zur Hälfte aus Zugezogenen, die die preiswerten Grundstücke und die Ruhe schätzen. Das Grenzdorf muss sich neu erfinden.

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