Stand: 28.06.2013 08:31 Uhr  | Archiv

Gewalt in Bückeburg eskaliert erneut

Plakat der Antifa © dpa Picture Alliance Foto: Stefan Sauer
In Bückeburg nimmt derzeit wieder die Gewalt zwischen rechten und linken Gruppen zu. (Themenbild)

In kaum einer anderen Stadt der Region gehen rechts- und linksgerichtete junge Leute so häufig aufeinander los wie in Bückeburg (Landkreis Schaumburg). Prügeleien und Sachbeschädigungen sind an der Tagesordnung. Die Stadt macht dagegen schon seit zwei Jahren mobil. Ein Aktionsbündnis wurde gegründet, es gab zahlreiche Aufklärungsveranstaltungen. Doch erst als die Polizei im vergangenen Jahr massiv Präsenz auf der Straße zeigte, besserte sich die Situation. Nun jedoch hat sich die Lage in Bückeburg wieder stark verschlimmert.

Attacken werden gewalttätiger

28 Straftaten hat die Polizei allein im Juni gezählt - eine Verdopplung gegenüber den Vormonaten. Außerdem würden die Angriffe immer brutaler. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel haben vier vermummte Jugendliche aus der linken Szene mitten in Bückeburg einen Neonazi angegriffen. Sie schlugen mit Knüppeln auf ihn und sein Auto ein. Dabei hatte die Polizei zuvor eine gewisse Beruhigung zwischen den beiden Gruppen herbeiführen können.

Am Himmelfahrtstag gingen die Angriffe wieder los

Zwei Mitarbeiter des Staatsschutzes hätten Ende des vergangenen Jahres ihre Arbeit in Bückeburg aufgenommen, sagte Polizeisprecherin Gabriele Mielke. Zudem seien Beamte in großer Zahl auf den Bückeburger Straßen unterwegs gewesen. Auch mit den Eltern der Jugendlichen sei gesprochen worden. Dadurch sei die Zahl der Auseinandersetzungen deutlich zurückgegangen. Am Himmelfahrtstag seien linke und rechte Gruppen unter dem Einfluss von Alkohol dann aber wieder aneinandergeraten - der Anfang eines Rückfalls in frühere Zeiten: Seitdem haben sich die Auseinandersetzungen nach Mielkes Angaben immer weiter gesteigert.

Die Anstrengungen beginnen von vorn

Die Polizei will jetzt wieder verstärkt in der Innenstadt patroullieren und jeden Fall zur Anzeige bringen. Gleichzeitig wird auch die Stadt ihre Bemühungen erneut verstärken. Im Juli werde ein Streetworker seine Arbeit aufnehmen, sagte Bürgermeister Reiner Brombach (SPD). Der Sozialarbeiter solle den Kontakt zu den verfeindeten Gruppen suchen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Regional Hannover | 27.06.2013 | 17:00 Uhr

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