Logo der Bundesagentur für Arbeit vor einem Fenster, in dem sich der Himmel spiegelt. © picture alliance Foto: Jens Kalaene

Weniger Arbeitslose als im März - aber mehr als vor einem Jahr

Stand: 29.04.2021 10:42 Uhr

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt hat sich trotz Corona im April fortgesetzt: Die Zahl der Arbeitslosen ging erneut zurück. Es sind aber jetzt mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr.

Vergleicht man die aktuellen Zahlen im April mit denen von vor einem Jahr, zeigt sich bundesweit eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 0,2 Prozentpunkte. Das klingt nicht viel - aber: "Der April 2020 war bereits massiv von der Corona-Krise betroffen", erklärte die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag. Sprich: Die Lage ist heute noch etwas schlechter als damals. Immerhin funktioniert die sogenannte Frühjahrsbelebung noch: Im Vergleich zum März verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen in diesem April bundesweit um 56.000 auf 2,771 Millionen, die Quote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 6 Prozent. "Die anhaltenden Einschränkungen durch Corona in vielen Bereichen bremsen die Erholung zwar, führen aber insgesamt zu keinen neuen Belastungen", resümierte Behördenchef Detlef Scheele. In den norddeutschen Ländern entwickelte sich die Lage ähnlich wie im Bund.

Niedersachsen: Frühjahrsbelebung verhaltener als gewohnt

In Niedersachsen waren im April 257.179 Menschen arbeitslos gemeldet - 4.080 weniger als im Vormonat. Ein solcher Rückgang sei im Frühjahr üblich, so die Arbeitsagentur. Er falle im Vergleich zu den Jahren vor Corona jedoch etwas verhaltener aus. Die Arbeitslosenquote in Niedersachsen sank auf 5,9 Prozent. Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur, sieht die saisonal bedingt sinkende Arbeitslosigkeit positiv: "Es ist ein gutes Zeichen, dass trotz der Corona-Einschränkungen die Frühjahrsbelebung spürbar ist. Wir sehen jetzt aber auch deutlich die Corona-Langzeitarbeitslosen, die vor einem Jahr ihren Job verloren haben, oder schon vorher arbeitslos waren und wegen Corona keinen neuen Arbeitsplatz gefunden haben." Ein Jahr nachdem die Corona-Pandemie zum ersten Lockdown geführt hatte, zog die Behörde nun erstmals einen Vorjahresvergleich unter ähnlichen Bedingungen: Danach stieg die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen verglichen mit April 2020 um 10.418 Menschen (plus 4,2 Prozent).

Schleswig-Holstein: Quote sinkt um 0,1 Prozentpunkte

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ging im Vergleich zum Vormonat ebenfalls leicht zurück. 95.600 Frauen und Männer suchten einen Job, das waren rund 2.100 weniger als im März, wie die Agentur für Arbeit mitteilte. Die Frühjahrsbelebung sei aufgrund der Corona-Pandemie, wie schon im März, geringer ausgefallen als üblich, teilte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, mit. Die Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein sank im Vergleich zum Vormonat von 6,2 auf 6,1 Prozent. Allerdings hatte der Wert im April 2020 noch bei 5,8 Prozent gelegen. Entsprechend erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3.400.

Mecklenburg-Vorpommern: Rückgang "deutlich geringer als üblich"

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die aktuelle Zahl der Arbeitslosen mit 67.800 im Vergleich zum April des Vorjahres um 2.800 (plus 4,4 Prozent) über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8,2 Prozent, im April 2020 lag sie bei 7,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat März ging die Zahl der Arbeitslosen um rund 2.000 zurück. "Der für April saisonal typische Rückgang ist Corona-bedingt in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen als üblich", sagte Haupt-Koopmann. "Hervorheben möchte ich allerdings, dass im Vergleich zum März etwa 20 Prozent mehr Arbeitslose eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufgenommen haben." Erfreulich sei auch, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum März um 5,4 Prozent - "und damit überdurchschnittlich" - zurückgegangen sei.

Hamburg: 9.700 freie Stellen gemeldet

In Hamburg sind aktuell knapp 86.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind rund 8.000 mehr als im April vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat März sind es 337 weniger. Seit Jahresbeginn sank dabei die Arbeitslosenzahl von Monat zu Monat. Wer bereits seit einem Jahr oder länger keinen Job hat, konnte von diesem leicht positiven Trend aber nicht profitieren: Die Gruppe der Langzeitarbeitslosen in der Stadt wuchs weiter. Dabei ist es nicht so, dass es gar keine Arbeit gibt: 9.700 freie Stellen meldete Hamburgs Arbeitsagentur. Rund 2.000 Leute werden zum Beispiel im Bereich Verkehr, Logistik und Sicherheit gesucht, ebensoviele wie in der Produktion. Insgesamt seien der Arbeits- und auch der Ausbildungsmarkt aber weit hinter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie, fasste Hamburgs Arbeitsagentur-Chef Sönke Fock zusammen.

 

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NDR Info | Aktuell | 29.04.2021 | 10:00 Uhr

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