Eine Bahn mit einem Warnstreik-Schild im Fenster © imago images/Die Videomanufaktur

Warnstreiks in Norddeutschland: Viele Pendler betroffen

Stand: 29.09.2020 21:37 Uhr

Keine Busse, keine Bahnen: Am Dienstag sind in ganz Norddeutschland Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in Streik getreten. Zehntausende Pendler waren betroffen. In vielen Städten kam es zu Staus.

In Hamburg legten mit Betriebsbeginn Angestellte der Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg die Arbeit nieder. Seit den frühen Morgenstunden fuhren keine Busse und U-Bahnen, nur der Schülerverkehr sollte aufrecht erhalten werden. Seit 12 Uhr lief der Betrieb schrittweise wieder an. Laut Hochbahn-Angaben sollten seit 15 Uhr alle Busse und Bahnen wieder pünktlich fahren.

Betroffen war auch der Busbetrieb VHH, der das Umland mit der Pendlerhochburg verbindet. Entsprechend gab es auch in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Stormarn sowie im Herzogtum Lauenburg erhebliche Einschränkungen.

Niedersachsen: Hannover, Wolfsburg und Göttingen betroffen

In Niedersachsen blieben sämtliche Busse und Stadtbahnen der Üstra in Hannover in den Depots, rund 400.000 Fahrgäste waren betroffen. In Südniedersachsen lagen die Schwerpunkte der Protestaktionen in Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg. Auch Göttingen, Goslar und Osnabrück waren von Arbeitsniederlegungen betroffen, ebenso wie Bremerhaven und Bremen.

Bus- und Bahnbetrieb in Schleswig-Holstein eingeschränkt

Die Warnstreiks sorgten auch bei den Pendlern in Schleswig-Holstein für Probleme. Die kommunalen Buslinien in Kiel, Flensburg und Lübeck wurden seit 3.30 Uhr bestreikt. Lediglich in Flensburg fuhren die Busse von Subunternehmern. Eine Ausnahme bildete Neumünster. Dort war der Stadtverkehr nicht von der Aktion betroffen. Mit dem Streikende ab 9 Uhr normalisierte sich der Busverkehr überall wieder.

Auch Warnstreiks in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern stand ebenfalls vielerorts der öffentliche Nahverkehr still. Zehntausende Schüler und Pendler waren betroffen. Seit dem Ende des Warnstreiks um 9 Uhr kam der Nahverkehr wieder ins Rollen. Vor allem Rostock standen viele öffentliche Verkehrsmittel still. Nicht bestreikt wurden nach NDR Informationen die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe (NVB), der Schweriner Nahverkehr, die Anklamer Verkehrsgesellschaft und die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen.

Schüler mit langem Schulweg waren wegen des Warnstreiks vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fuhr.

Ver.di fordert bundeseinheitliche Standards

Zwar gehört auch der öffentliche Nahverkehr zum öffentlichen Dienst, mit den derzeitigen Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft aber nichts zu tun. Ver.di hatte zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um bundesweite Tarifgespräche für die 87.000 Beschäftigten in 130 Verkehrsbetrieben im öffentlichen Nahverkehr durchzusetzen. Ziel sei, bundeseinheitliche Standards zu setzen, weil die Arbeitsbedingungen in Deutschland sich stark auseinander entwickelt hätten, sagte der Sprecher. Unter anderem fordert ver.di ein 13. Monatsgehalt, eine Erhöhung der Zulagen für belastende Dienste und Schichten sowie 30 Urlaubstage für alle als Standard.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 25.09.2020 | 09:45 Uhr

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