Erschöpfte Männer und Frauen mit Notrationen humanitärer Hilfe. © picture-alliance Foto: Claire Nevill

Vielvölkerstaat Äthiopien - Kämpfe um Vorherrschaft eskalieren

Sendung: NDR Info Hintergrund | 16.09.2021 | 20:33 Uhr | von Antje Diekhans - Bettina Rühl
15 Min | Verfügbar bis 16.09.2022

In Äthiopien kämpfen Regierung und Volkbefreiungsfront militärisch um die Macht. Die UN befürchtet die schwerste Hungernot seit langem.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien weiten sich die kriegerischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Land aus.  Die Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte im November 2020 eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen. Die TPLF war bis 2019 in Äthiopien an der Macht war und hat ihre Wurzeln in der nördlichen Region Tigray. Seither wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Beide Seiten haben zur Mobilmachung aufgerufen.  Der Konflikt hat sich auch auf Nachbarregionen ausgebreitet.


Die Vereinten Nationen warnen vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Situation, vor allem in Tigray. Im Konfliktgebiet drohe die schwerste Hungersnot der Welt seit Jahrzehnten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 5 Millionen Menschen im Norden des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 400 000 sind vom Hungertod bedroht. Wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden haben Hilfsorganisationen seit Monaten keinen vollen Zugang zu den Notleidenden. Beiden Konfliktparteien wird vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben.

Erschöpfte Männer und Frauen mit Notrationen humanitärer Hilfe. © picture-alliance Foto: Claire Nevill

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