Stand: 29.07.2019 06:35 Uhr

Volle Straßen, volle Strände - getrübter Badespaß

Auch in Timmendorfer Strand war es brechend voll, aber die starke Brandung der Ostsee barg Gefahren.

Straßen und Strände brechend voll - aber Baden vielerorts nicht möglich. Wer am Wochenende im Norden in Richtung Küste unterwegs war, fand sich in langen Staus wieder. Endlich angekommen, folgte dann vor allem an der Ostsee in der Lübecker Bucht die Ernüchterung. An vielen Stränden wurde das Baden im Meer verboten oder nur für geübte Schwimmer empfohlen. Wegen gefährlicher Unterströmungen hisste die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bis zum Sonntagnachmittag an mehreren Stränden die rote Flagge. "Leider gibt es viele Badegäste, die trotzdem ins Wasser gehen", sagte ein Sprecher der DLRG Scharbeutz am Sonntag. Viele Menschen hätten aus den Wellen gerettet werden müssen - zum Teil unter hoher persönlicher Gefahr für die Rettungsschwimmer. Für einen 43 Jahre alten Kitesurfer vor Neustadt-Pelzerhaken kam jede Hilfe zu spät. Er wurde tot aus dem Wasser geborgen.

Nun droht Unwettergefahr

Nach den historischen Hitzetagen genossen die Menschen am Wochenende eine leichte Abkühlung. Nun ziehen kräftige Gewitter, die das Tiefdruckgebiet "Vincent" mit sich bringt, über den Norden. Für Schleswig-Holstein und Niedersachsen gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntagabend vorübergehend eine Unwetterwarnung vor heftigem Starkregen, Sturmböen und Hagel aus. Für heute Nachmittag prognostiziert der DWD erneut kräftige Schauer und Gewitter mit Unwettergefahr - vor allem im Osten von Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern. Auf Sylt erreichen die Temperaturen nur noch 22 Grad, in Vorpommern kann es nochmal bis zu 30 Grad heiß werden.

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Staus mit Ansage

Das Verkehrschaos am Wochenende war programmiert. In Bayern und Baden-Württemberg haben gerade die Schulferien begonnen. Gleichzeitig rollte der Rückreiseverkehr von Nord- und Ostsee und Skandinavien nach Süden. Der Verkehr auf den Autobahnen im Norden kam vor allem am Sonnabend teilweise zum Erliegen. Auf der A1 herrschte zwischen dem Maschener Kreuz und Ahrensburg am Morgen auf einer Strecke von mehr als 30 Kilometern Stau und stockenden Verkehr. Auf der A7 gab es zwischen dem Dreieck Hamburg Südwest und Schnelsen-Nord auf einer Strecke von mehr als 13 Kilometern und von Hannover Richtung Hamburg ab Mellendorf bis Soltau über Dutzende Kilometer kaum ein Durchkommen. "Die heißen Temperaturen haben dazu geführt, dass sich auch viele Kurzentschlossene auf den Weg in Richtung Meer gemacht haben", sagte der Sprecher des ADAC Hansa, Christian Hieff.

Behinderungen auch am Sonntag

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Blechlawinen am Sonnabend auf der A7.

Auch am Sonntag bildeten sich stellenweise noch längere Staus: Zwischen Quickborn und dem Hamburger Elbtunnel staute sich der Verkehr auf der A7 am Mittag auf einer Strecke von bis zu 18 Kilometern, in der Gegenrichtung ab dem Dreieck Hamburg-Südwest war der Stau zehn Kilometer lang. Auf der A1 in Richtung Süden steckten Autofahrer zwischen Stapelfeld und Hamburg-Öjendorf auf einer Strecke von zehn Kilometern im Verkehr fest. Um Westenholz (Walsrode) in Niedersachsen stockte der Verkehr auf der A7 in Richtung Süden am Sonntagnachmittag auf bis zu 15 Kilometern, in der Gegenrichtung waren es 14 Kilometer. 

Details zur aktuellen Lage auf den Straßen in Norddeutschland erfahren Sie jederzeit im NDR Verkehrsservice.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 28.07.2019 | 15:00 Uhr

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