Massenproteste in Belarus nach der Präsidentschaftswahl im August 2020 © dpa

Tabula Rasa in Belarus: Ein Jahr nach Lukaschenkos "Wiederwahl"

Sendung: NDR Info Hintergrund | 10.08.2021 | 13:00 Uhr | von Christina Nagel
24 Min | Verfügbar bis 10.08.2022

Am 9. August 2020 fanden in Belarus Präsidentschaftswahlen statt. Schon zu diesem Zeitpunkt galt die Abstimmung als Scheinwahl. Der starke Mann in Minsk, Alexander Lukaschenko, wollte wiedergewählt werden - und hatte Gegenkandidaten festnehmen lassen. Als ihm sein Wahlsieg mit überwältigender Mehrheit bestätigt wurde, begannen monatelange Proteste in Belarus.

In vielfältiger Weise und mit großem Mut demonstrierten viele Belarussen für Demokratie und faire Wahlen. Der Staatsapparat schlug mit zunehmender Härte zurück. "Sie nannten mich ein Tier und behandelten mich wie ein Tier. Sie zwangen mich auf die Knie, schlugen mich…", berichtete ein Folteropfer.

Reaktionen aus dem Ausland nach der Wahl in Belarus

Die EU erkennt Alexander Lukaschenko schon lange nicht mehr als Präsidenten von Belarus an. US-Präsident Biden hat neue Sanktionen gegen die Regierung in Minsk verhängt. Wegen der Angriffe auf die demokratischen Bestrebungen und die Menschenrechte - hieß es aus dem Weißen Haus. Und auch eine Regierungssprecherin in Berlin nimmt kein Blatt vor den Mund: "Massive Repressionen, Inhaftierungen, Entführungen, Folter und Angst sind in dem Land an der Tagesordnung" - hieß es aus Anlass des Jahrestages von Alexander Lukaschenko sogenannter Wiederwahl ins Amt.

Insgesamt ist die Bilanz des vergangenen Jahres in Belarus erschütternd; die Liste der Opfer lang. Christina Nagel, Leiterin des ARD Studios Moskau, blickt zurück auf 12 Monate mutiger Proteste und deren gewaltsamer Unterdrückung.

Eine gezeichnete Weltkarte. © fotolia.com Foto: zagandesign

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