Virologe Christian Drosten zeigt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, daneben applaudiert Frank-Walter Steinmeier. © POOL AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Michael Sohn

Virologe Drosten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Stand: 01.10.2020 11:13 Uhr

Prof. Christan Drosten hat von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Ausgezeichnet wurden auch die Schülerin Hannah Kiesbye und der Pianist Igor Levit.

In der Begründung für die Auszeichnung des Virologen Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hieß es: "Er lieferte wichtige und weltweit anerkannte Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen und hat diese auch mit innovativen Formaten der Öffentlichkeit vermittelt." Zudem gehöre Drosten "zu den führenden Wissenschaftlern, denen eine führende Rolle in der Bekämpfung der Pandemie zukommt".

Drosten spricht seit Beginn der Corona-Pandemie in dem NDR Info Podcast "Coronavirus-Update" über die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe der Pandemie. Steinmeier sagte bei der Verleihung im Schloss Bellevue, der Podcast habe "Millionen Menschen durch die Krise geleitet" und Prof. Drosten habe "uns besser verstehen lassen, warum Wissenschaft und Politik sich Schritt für Schritt vorantasten müssen."

Der Podcast wurde mehr als 60 Millionen Mal abgerufen und mehrfach ausgezeichnet. Alle Folgen des "Coronavirus-Update" zum Nachhören und -lesen finden Sie hier:

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Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

"Coronavirus-Update": Der Podcast mit Drosten & Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr

Auszeichnung für Schülerin aus Schleswig-Holstein

Die 17-jährige Hannah Kiesbye aus Halstenbek bastelte sich für ihren Schwerbehindertenausweis eine neue Hülle - erfunden war der "Schwer-in-Ordnung"-Ausweis. "Ich möchte, dass mein Ausweis umbenannt wird", schrieb sie damals in einer Geschichte über ihre Idee, die in der Zeitschrift 'Kids Aktuell - Magazin zum Downsyndrom' veröffentlicht wurde. Heute gibt es ihre "Schwer-in-Ordnung"-Ausweishüllen in neun Bundesländern. Allein in Schleswig-Holstein wurden sie laut Sozialministerium etwa 500 Mal rausgegeben, deutschlandweit bereits mehr als 10.000 Mal.

Für Ihr Engagement wurde die 17-Jährige nun mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. "Die von ihr ausgelöste Debatte hat den Blick auf Menschen mit Behinderung verändert und gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir auf unsere Sprache achten", so der Bundespräsident in seiner Rede.

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Hannah aus Kieseby © Kai Bruhn Foto: Kai Bruhn

Bundesverdienstkreuz für Halstenbekerin Hannah Kiesbye

Die Schülerin hat den "Schwer-in-Ordnung"-Ausweis erfunden. Die 17-Jährige bekam nun das Bundesverdienstkreuz in Berlin. mehr

Pianist Igor Levit erhält Ehrung für sein Engagement

Ein weiterer neuer Träger des Bundesverdienstkreuzes aus Norddeutschland ist Igor Levit. Der Pianist, der in Hannover aufwuchs, erhält die Auszeichnung für seine Hauskonzerte während des Corona-Lockdowns und für sein Engagement gegen den Antisemitismus. Jeden Abend streamte er seine Musik aus seinem jetzigen Zuhause in Berlin live ins Internet. Laut Bundespräsident Steinmeier ließ er so "aus der Isolation heraus ein Miteinander über Grenzen hinweg" entstehen.

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Der Pianist Igor Levit mit dem Bundesverdienstkreuz. © ARD

Bundesverdienstkreuz: Pianist Igor Levit ausgezeichnet

Mit der Ehrung werden unter anderem die "Corona-Hauskonzerte" und sein Engagement gegen Antisemitismus gewürdigt. mehr

Immer donnerstags und sonntags auf NDR Kultur hören Sie Igor Levits Podcast "32 x Beethoven". Und jederzeit in der ARD Audiothek.

15 Bürger erhalten höchste Auszeichnung

Insgesamt erhielten 15 Bürgerinnen und Bürger aus zehn Bundesländern die einzige allgemeine Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Die sieben Frauen und acht Männer bekamen die Ehrung für außerordentliche Verdienste um die Bewältigung der Corona-Pandemie, das Zusammenwachsen von Ost und West sowie den Abbau von Vorurteilen in der Gesellschaft. Anlass der Auszeichnung war der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober.

Das Motto der Verleihung war "Vereint und füreinander da". Der Bundespräsident sagte zum Abschluss der Veranstaltung: "Ich bin froh, in einem Land zu leben, in dem es Menschen gibt wie Sie. Menschen, die Besseres zu tun haben, als einen Orden in Empfang zu nehmen. Und die ich jetzt gerade deshalb mit einem Orden auszeichnen werde. Ihnen allen meinen herzlichen Glückwunsch. Und vor allem: Herzlichen Dank."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 01.10.2020 | 11:00 Uhr

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