Stand: 14.01.2020 13:02 Uhr

Seenotretter helfen 2019 fast 3.400 Menschen

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Die Einsatzzahlen der Seenotretter sind 2019 in etwa konstant geblieben. (Archivbild)

Die Seenotretter an Nord- und Ostsee sind 2019 zu 2.140 Einsätzen ausgerückt. Das hat die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag bei ihrer Jahresbilanz in Cuxhaven mitgeteilt. Die Besatzungen der 60 Seenotrettungskreuzer und -boote halfen insgesamt 3.396 Menschen, von denen 351 aus Seenot gerettet oder aus drohender Gefahr befreit wurden. Die Einsatzzahlen liegen fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres, als es 2.156 Einsätze gab.

Meiste Einsätze in Schleswig-Holstein

Am häufigsten angefordert wurden die Seenotretter in Schleswig-Holstein. Hier waren sie insgesamt 968 Mal im Einsatz, davon 756 Mal an der Ostseeküste und 212 Mal an der Nordseeküste. Dabei retteten sie 32 Menschen aus akuter Seenot - 29 davon an der Ostsee und 3 an der Nordsee. 92 Personen (Ostsee: 59/ Nordsee: 33) wurden aus Gefahrensituationen befreit.

Wie die DGzRS einen 80-jährigen Surfer rettete

Hallo Niedersachsen -

Rund 3.400 Menschen hat die DGzRS im letzten Jahr an deutschen Küsten gerettet, fast 700 allein in Niedersachsen. Unter ihnen war auch der 80-jährige Horst Neumann.

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Dramatische Fälle in Niedersachsen

An der niedersächsischen Nordseeküste mussten die Besatzungen 649 Mal ausrücken. Hier stieg die Zahl der aus Seenot geretteten Personen von 7 auf 26 an. Darunter ist unter anderem ein Ehepaar, das im Mai in letzter Sekunde von einer sinkenden Segeljacht geborgen werden konnte. Zu den dramatischsten Notfällen zählte ebenfalls im Mai ein Einsatz auf der Außenjade, wo eine Segeljacht gekentert war. Die Seenotretter konnten drei der vier Besatzungsmitglieder lebend an Land bringen. Eine 49-jährige Frau starb dagegen trotz sofortiger Wiederbelebung.

Heißluftballon vor Usedom gerettet

An der Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern kamen die Seenotretter auf 523 Einsatzfahrten. Auffällig ist, dass die Besatzungen auch hier deutlich mehr Menschen aus Seenot retten mussten. Bestand 2018 nur in vier Fällen akute Lebensgefahr, so war dies im vergangenen Jahr bei 23 Personen der Fall. Einen besonders spektakulären Einsatz gab es in Mecklenburg-Vorpommern im August, als die Seenotretter vor Usedom einen Heißluftballon vor einer Notlandung auf dem Wasser bewahrten. Im Juli war die DGzRS für Altbundespräsident Joachim Gauck im Einsatz, der auf der Ostsee mit einem kleinen Segelboot im Flachwasserbereich des Saaler Boddens gekentert war. Gauck konnte unverletzt an Land gebracht werden.

Von technischen Problemen bis zu Lebensgefahr

Die Jahresbilanz wird von der DGzRS in sechs verschiedene Kategorien unterteilt. Die hier genannten Zahlen sind in der Summe größer als die Zahl der Einsätze, da oft mehrere Personen gleichzeitig gerettet wurden. In 1.014 Fällen erbrachten die Seenotretter Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art. Dazu gehören nach Angaben eines Sprechers zum Beispiel technische Probleme wie Motorschäden oder auch das Freischleppen von festgefahrenen Booten. Insgesamt 81 Menschen wurden aus Seenot gerettet, das heißt sie waren in unmittelbarer Lebensgefahr. Lediglich eine drohende, nicht lebensbedrohliche Gefahr bestand bei 270 Personen. In 54 Fällen wurden manövrierunfähige Schiffe vor einem Totalverlust bewahrt, außerdem gab es 606 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten. Zu den Einsatzanläufen gehören Fehlalarmierungen sowie Fälle, wo sich das Problem beim Eintreffen der Seenotretter bereits gelöst hat. Bei Sicherungsfahrten werden zum Beispiel Schiffe in Häfen begleitet oder Regatten beaufsichtigt.

NDR Moderatorin Harnack ist neue Botschafterin

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NDR Moderatorin Anke Harnack übernimmt den Job der Botschafterin von Surfprofi Bernd Flessner.

Um die Flotte zu modernisieren, wurden im abgelaufenen Jahr in Schilksee, Wilhelmshaven, Breege und Horumersiel neue Rettungsboote in Dienst gestellt. Fünf weitere für die Stationen Puttgarden, Norddeich, Travemünde, Ueckermünde und Borkum sollen in diesem Jahr folgen. Neue Seenotretter-Botschafterin ist die NDR Moderatorin und Reporterin Anke Harnack. Sie übernahm das Ehrenamt von ihrem Vorgänger, dem Norderneyer Surfprofi Bernd Flessner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2020 | 12:00 Uhr