Stand: 28.07.2019 21:55 Uhr

Seenotretter brauchen dringend Nachwuchs

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Sonntag den 21. Tag der Seenotretter gefeiert. Dieser Aktionstag findet traditionell am letzten Sonntag im Juli statt und soll die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der "Schutzengel der Meere" demonstrieren. Bei zahlreichen Veranstaltungen entlang der Nordsee- und Ostseeküste zwischen der Insel Borkum im Westen und der Pommerschen Bucht im Osten begrüßten die Seenotretter rund 30.000 Besucher, die sich über die Arbeit der Retter informierten und die Technik bestaunten.

Tag der Seenotretter: Die Schutzengel der Meere

Nordmagazin -

Allein im letzten Jahr haben die Mitarbeiter der DGzRS mehr als 350 Menschen das Leben gerettet. Am Tag der Seenotretter stellen sie ihre Arbeit vor, auch in Warnemünde.

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Derzeit suchen die Seenotretter dringend Nachwuchs. DGzRS-Sprecherin Antke Reemts sagte am Sonntag, dass ein Personalmangel absehbar sei. Deshalb könnten ab 2020 auch Nicht-Seeleute für die Ausbildung auf den Rettungsbooten anheuern. Die Frage eines Umstiegs stelle sich vor allem für verwandte Berufe: "Wir haben viele Anfragen von Rettungssanitätern." Auch Techniker kämen in Frage, die mit den hochmodernen Schiffsantrieben umgehen können, sagte Reemts. Dabei gebe es eine besondere Anforderung: "Die Leute müssen total teamfähig sein." Sie müssten nicht nur in langen Wachen miteinander auskommen, sondern sich auch bei riskanten Einsätzen in schwersten Stürmen aufeinander verlassen können.

MV: Öffentliche Rettungsübungen

In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich zwölf Stationen am Tag der Seenotretter: In Warnemünde, Sassnitz und Ueckermünde konnten Besucher die größeren Seenotrettungskreuzer besichtigen. An den Stationen Timmendorf auf Poel, Zingst, Glowe, Stralsund und Freest wurden die kleineren Seenotrettungsboote vorgeführt. Ergänzt wurde das Programm vielerorts durch öffentliche Rettungsübungen, Musik, Aktionen für Kinder und Ausfahrten für neue Fördermitglieder.

SH: Veranstaltungen von Helgoland bis Fehmarn

Auch in Schleswig-Holstein boten viele Seenotrettungsstationen Veranstaltungen an. Das Programm in den Stützpunkten von Helgoland ganz im Westen bis Fehmarn/Großenbrode im Osten des Landes reichte von Hafengottesdienst und Besichtigung der Rettungskreuzer über Rettungsübungen mit Hubschraubern bis zu Spielangeboten für Kinder. In Büsum müssen die Seenotretter nicht nur havarierten Krabben-Kuttern zu Hilfe eilen. Oft rücken sie aus, um Wattwanderer aus den Fluten zu retten. "Das kommt im Hochsommer ziemlich häufig vor", sagte Vormann Jörg Lüdtke: "Viele unterschätzen die Tide, sie wissen nicht, dass das Wasser plötzlich 3,30 Meter höher steht als bei Niedrigwasser." Gerade im Bereich der Inseln und Halligen sind Besatzungen der DGzRS immer mal wieder auch Geburtshelfer. Allein im nordfriesischen Wattenmeer übernehmen die Seenotretter acht bis zehn Mal pro Jahr Schwangerentransporte. Sie werden nachts beziehungsweise bei schlechtem Wetter gerufen, wenn keine Hubschrauber zur Verfügung stehen.

Auch Niedersachsen mit vollem Programm

In Niedersachsen fanden Veranstaltungen statt an den Stationen Wangerooge, Juist, Langeoog, Norderney, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Baltrum. Außerdem bot Bremerhaven ein Programm an.

DGzRS finanziert sich ausschließlich durch Spenden

Seenotretter gibt es in Deutschland seit mehr als 150 Jahren. Heute hat die DGzRS an den Küsten insgesamt 55 Stationen. Die meisten der rund 1.000 deutschen Seenotretter sind Freiwillige. Nur etwa 180 von ihnen auf den größeren, rund um die Uhr besetzten Einheiten seien fest angestellt, sagt DGzRS-Sprecher Ralf Baur. Die DGzRS finanziere sich ohne staatliche Mittel ausschließlich durch Spenden. Schirmherr der DGzRS ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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NDR Info | Aktuell | 28.07.2019 | 07:00 Uhr

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