Stand: 14.11.2019 16:52 Uhr

Schuldneratlas 2019: Nordländer im Mittelfeld

Jeder zehnte Deutsche hat dauerhafte Probleme, mit seinen Einnahmen seine Ausgaben zu decken - und gilt damit als "überschuldet". Am Donnerstag veröffentlichte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform den Schuldneratlas 2019. Demnach ist die Zahl der überschuldeten Menschen in Deutschland zum ersten Mal seit 2013 rückläufig - sie sank um etwa 10.000 auf insgesamt 6,92 Millionen Verbraucher. Die norddeutschen Länder belegen im Überschuldungs-Ranking einen kompakten Block im Mittelfeld. In Niedersachsen sind zirka 10,3 Prozent der Einwohner überschuldet, das entspricht Platz acht im Ländervergleich. Auf den Rängen direkt danach folgen Mecklenburg-Vorpommern (10,6 Prozent), Hamburg (10,6) und auf Platz elf Schleswig-Holstein (10,7). Bei der absoluten Zahl der Überschuldungsfälle verzeichnen der Nordosten und Hamburg ein leichtes Plus von je rund 1.000 Fällen, die Bewegungen in den anderen beiden Ländern sind deutlich geringer.

Bremerhaven trägt die rote Laterne

In der Top Ten der Städte mit der höchsten Überschuldungsquote finden sich drei norddeutsche: Bremerhaven belegt bundesweit den ersten, sprich schlechtesten Rang. Knapp 22 Prozent der Menschen dort sind überschuldet. Neumünster liegt mit rund 19 Prozent der Einwohner auf Rang zwei, Wilhelmshaven mit 17 Prozent auf Rang zehn. In Neumünster stieg zudem die Quote unter allen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland am drittstärksten - im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von mehr als vier Prozent.

Creditreform ist ein Finanzdienstleister für Unternehmen. Die Gruppe sammelt Bonitäts- und Firmendaten, bewertet Risiken und treibt Forderungen ein. Nach eigenen Angaben sind in Deutschland 128.000 Unternehmen wie Banken und Handwerker Mitglied bei Creditreform.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 14.11.2019 | 15:00 Uhr