Stand: 30.06.2020 17:22 Uhr

"Schienenpakt": 30-Minuten-Takt zwischen Hamburg und Berlin

Reisende auf dem Bahnsteig © Henlisatho / Fotolia.com Foto: Henlisatho
Die Bahn soll zuverlässiger, schneller und umweltfreundlicher werden.

Die Deutsche Bahn soll künftig zuverlässiger, schneller und umweltfreundlicher sein - und davon soll auch der Norden profitieren. Vertreter aus Politik und Wirtschaft unterzeichneten am Dienstag den "Schienenpakt", nach dem die Zahl der Fahrgäste im Personenverkehr bis 2030 verdoppelt werden soll. Einer der Kernpunkte ist dabei der "Deutschlandtakt", eine halbstündige Taktung von Fernzügen auf den Hauptverbindungen. Los geht es bereits im Dezember auf der Strecke Hamburg-Berlin, weitere Verbindungen sollen ab 2021 folgen, darunter auf der Strecke Braunschweig-Wolfsburg.

Verkehrsminister Scheuer spricht von "kleiner Revolution"

Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist der Masterplan eine "kleine Revolution". Mit dem Pakt könne die klimafreundliche Schiene der Verkehrsträger Nummer eins in Deutschland werden, sagte er bei der Vorstellung am Dienstag. Die Schiene solle flexibler, wettbewerbsfähiger, leiser und klimafreundlicher werden. Scheuer will sich auf EU-Ebene zudem für einen "Europatakt" einsetzen.

MV: Linke sieht Nordosten zu wenig berücksichtigt

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern begrüßte die Pläne grundsätzlich, zeigte sich aber skeptisch, dass die Verbesserungen im Bahnverkehr auch im Nordosten voll zur Wirkung kommen. "Mecklenburg-Vorpommern ist beim Deutschlandtakt mit seiner nordöstlichen Randlage das letzte Glied in der Kette", konstatierte die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Mignon Schwenke. Ausreichend Investitionen für höhere Geschwindigkeiten oder Zweigleisigkeit sehe der geltende Bundesverkehrswegeplan für Mecklenburg-Vorpommern nicht vor. Damit sei Besserung kaum in Sicht.

Auch AlphaE-Projekt Teil des Masterplans

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, profitieren vom Masterplan gleich mehrere Projekte in Niedersachsen. Dazu gehörten das Bahn-Projekt Hamburg/Bremen-Hannover AlphaE, das zunächst als Y-Trasse geplant war, und der Ausbau des Hauptbahnhofs Hannover als Großknotenpunkt. Darüber hinaus soll die ICE-Strecke Hannover-Bielefeld neu- beziehungsweise ausgebaut und die Strecke Uelzen-Halle über Stendal ausgebaut werden.

Güterverkehr soll deutlich gestärkt werden

Verbände, Verkehrsunternehmen und die Politik hatten rund zwei Jahre über den Pakt diskutiert. Er sieht zahlreiche Maßnahmen vor, wie einen Ausbau digitaler Stellwerkstechnik sowie eine schnellere Elektrifizierung der Schiene. Außerdem sollen technische Innovationen vorangetrieben werden. Ziel ist es unter anderem, dass der Marktanteil im Güterverkehr auf mindestens 25 Prozent steigt. Im Gegenzug würde der Verkehr von Lastwagen auf den Straßen weniger.

Bahnchef Richard Lutz sagte, fundamental sei der Ausbau der Infrastruktur. Daher sollen Bahn-Angaben zufolge nun etwa viel belastete Knotenpunkte ausgebaut werden, geplant sind daneben der Aus- und Neubau sowie die Reaktivierung von Strecken.

Weitere Informationen
Ein ICE am Berliner Hauptbahnhof. © picture alliance/dpa Foto: Christoph Soeder

Schienenpakt: Zweifel an der Umsetzung

Mehr Zugverbindungen, weniger Verspätungen - das verspricht der Masterplan Schienenverkehr der am Dienstag vorgestellt wurde. Doch es gibt Zweifel an der Umsetzung. Mehr bei tagesschau.de. extern

Bahngleise. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 29.06.2020 | 15:00 Uhr

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